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Barbara Otte-Kinast trifft in den Reihen der Senioren-Union auf interessierte Zuhörer

Ständig neue Aufgabenfelder

BAD MÜNDER. Rund 30 Besucher der Senioren Union interessierten sich für die Informationen der niedersächsischen Ministerin Barbara Otte-Kinast.

Gebannt hörten die Mitglieder der Senioren Union zu, als die Ministerin Barbara Otte-Kinast von ihrer Arbeit berichtete. FOTO: Hagen Mukerjee/PR

Auf Einladung der Senioren-Union informierte sie teils sachlich und teils locker über ihre Arbeit im Ministerium, ihre Aufgaben und ihre Erlebnisse. Ein aktuell „heißes Eisen‘‘ sei die Ferkelkastration, startete die Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Umweltschutz ihren Vortrag im Kornhus in Bad Münder. Doch sogleich betonte sie die Freude an der Arbeit und ihr Bewusstsein, in einem hohen Amt für alle Verbraucher Niedersachsens tätig zu sein. Und ihr Aufgabenfeld ist breit gefächert: von der Agrarpolitik über Tierzucht, Verbraucherschutz, Raumordnung bis hin zu Digitalisierung und Forstwirtschaft. Dabei bereite ihr die Arbeit Freude, auch weil sie von „vielen guten Leuten im Ministerium‘‘ tatkräftig und kompetent unterstützt werde und peu à peu ihr Netzwerk ausbauen kann.

Ständig ergeben sich neue Aufgabenfelder für die Landwirtin aus Beber, seien es die Auswirkungen des Orkantiefs Friederike im Januar, durch dessen Holzschäden sich der Borkenkäfer in den Wäldern ausbreitet. Oder das Bilden von Projektgruppen, zum Beispiel für die Schlachthöfe: hier soll durch Kamera-Überwachung mehr Transparenz für die Öffentlichkeit hergestellt werden. Und auch der heiße Sommer hat schlaglichtartig die Überhitzungsproblematik bei Tiertransporten deutlich gemacht. Abhilfe soll ein Erlass schaffen, der Nachtfahrten favorisiert vorschreibt. Die Fischerei erwartet Unterstützung bei ihren Problemen, die weitaus größer sind, als bei den Landwirten – die Zuhörer staunten bei dieser Aussage. Otte-Kinast gab ein Beispiel: Ein Muschelfischer benötigt 5 Netze à 20 000 Euro und weiß nicht, wie er die 100 T € finanzieren soll. Auch deshalb ist die Fachfrau, die wegen ihrer Herkunft aus der Landwirtschaft und Tierhaltung kompetent und erfahren ist, seit ihrem Amtsantritt auf jeder Generalversammlung der Fischer präsent.

Mit der Zusammenarbeit in den Ministerien in Hannover und auch mit Ministerpräsident Weil ist sie sehr zufrieden. Dies erleichtere ihre Arbeit und das Durchdringen der Strukturen als relativ neue Kabinettskollegin erfreulich gut, betonte sie. Ihre eigene Tatkraft muss sie ständig beweisen, auch weil die Bevölkerung ein wachsames Auge auf ihre Aktivitäten wirft.

Im Eier-Infektions-Skandal (Fibromyalgie) zum Beispiel wurde sofort Transparenz hergestellt durch eine breite ministeriumsübergreifende Öffentlichkeitsarbeit. Und überhaupt ist der Verbraucherschutz ein immens umfangreiches Aufgabenfeld. Stichworte wie Verbrauchertäuschung, Lebensmittelkontrolleure oder Lebensmittel-Kennzeichnung böten reichlich Stoff für Diskussionen. Hans-Ulrich Siegmund wollte wissen, wie es denn mit der fachgerechten Entsorgung von Klärschlamm aussieht. Die Ministerin verwies zwar auf die Kompetenz des Umweltministeriums. Sie machte aber deutlich, dass vieles, was in Europa möglich ist, in Deutschland rechtlich nicht realisierbar sei. „Deshalb sind Problemlösungen leider nicht in Sicht.‘‘ Rainer Timmermann sprach das Problem der zunehmenden Population des Wolfs, dessen Gefährlichkeit und des Fehlens natürlicher Feinde an. Die Agrarministerin machte deutlich, dass sie schon immer gegen eine unkontrollierte Ausbreitung der Wölfe sei und bedauerte, dass kürzlich 20 Schafe in der Elbe ertrunken seien, weil ein Wolf sie aufgestöbert habe.

Senioren-Unions-Chef Heinrich Spangenberg bedankte sich bei Otte-Kinast herzlich und auch die Zuhörer applaudierten intensiv.red

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