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Stadtrundgang in Bad Münder: Den Dreck im Blick

BAD MÜNDER. Frisch überzogen mit Schnee wirkt der Steinhof fast idyllisch, als sich am Sonnabend Ortsrat, Kur- und Verkehrsvereins-Mitglieder sowie Verwaltungsmitarbeiter zum Rundgang treffen. Im Blick: Die Schmuddelstellen der Stadt, bis hin zu denen, die gefährlich werden können, beispielsweise wegen Rutschgefahr.

Bank zugewachsen: KVV-Mitglied Peter Stange ärgert sich, dass an vielen Stellen in Bad Münder Wildwuchs herrscht. Foto: Weissling

Autor:

Katharina Weissling

Weit blicken mussten sie nicht. „Jedes zweite Schild in unserer Kurstadt ist veralgt, dreckig, oder beklebt“, meinte Ortsratsmitglied Udo Zelck (SPD). Trotzdem sei die Delegation nicht angetreten, um zu meckern, schickte Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah (CDU) gleich voraus, vermischt mit dem Hinweis an die Lokalpolitiker: Immerhin hätten sie selbst dafür gesorgt, dass Stellen bei der Stadt nicht wieder besetzt wurden.

Der Rundgang führt vorbei an schmutzigen Bänken, in die Jahre gekommenen Mülleimern und bis vor die Tür des Rathauses: Vor deren Treppe schoss das Unkraut ebenso hoch wie vor und auf dem Grundeigentum vieler Bürger.

Schräg gegenüber vom Rathaus hatte der Bauhof vor Kurzem saubergemacht, wo viel Laub zur Stolperfalle geworden war. Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den auswärts lebenden Besitzer wurde bereits angestrengt – es geht um einen dreistelligen Betrag, erklärt Verwaltungsmitarbeiter Carsten Reis. „Es ist so vieles, das wünschenswert wäre, aber wir kommen in erster Linie der Verkehrssicherung nach. Dann bleibt da nicht mehr viel Kapazität übrig“, betonte Reis weiter. Dann ein kurzes Intermezzo: Klaus Ohm, ein Bürger, der nach eigenen Angaben jeden Sonnabend die Straße fegt, kam zu der Gruppe und machte seinem Ärger über andere Anwohner Luft: „Bad Münder ist eine wunderschöne Stadt, aber saudreckig“, schimpfte er und beklagte: „Es ändert sich ja leider nichts.“ Uwe-Peter Keil (SPD) wollte das so nicht auf der Stadt sitzen lassen: 90 Prozent der Leute würden ihren Pflichten nachkommen, es seien die Ausnahmen, die negativ auffielen.

Am Kurpark dann Erleichterung: Das Grundstück, auf dem das Kurhotel steht, wird verkauft, das unansehnliche, marode Gebäude soll abgerissen werden. Konsens herrschte darüber, dass es gut ist, dass das öffentliche W-Lan im Park abgeschaltet wurde. In der Vergangenheit waren immer wieder Stühle des KVV verbogen und Müll im Kurpark verteilt worden – das marode Kurhotel war ohnehin schon lange keine ansehnliche Kulisse mehr. Der KVV hatte den Rundgang mit den Ortspolitikern angeregt.

Doch weitere Dreckecken folgen: In Treppenabgängen auf dem alten Grundschulhof liegt knöchelhoher Müll auf dem Boden, Graffiti an den Wänden sowie Scherben von Schnapsflaschen. „Da muss was passieren“, sagte Joumaah direkt. Auf ihrem Schreibtisch sammelten sich außerdem Schreiben von erbosten Anwohnern, die Müll aus ihren Vorgärten holen – offenbar gerade entlang der Schulwege, unter anderem zur KGS. Dass in Bad Münder schöne Ecken nicht weit sind, wurde aber auch bei der alten Grundschule offensichtlich: Nur wenige Meter entfernt wartet der gepflegte Museumsgarten auf Besucher.

Für eine Diskussion, wie die Sauberkeits-Probleme gelöst werden können, wollen sich die Politiker Zeit nehmen. Säumige Bürger werde sie jedenfalls nicht anschreiben, sagte Joumaah bereits. Dafür fehle ihr als ehrenamtliche Ortsbürgermeisterin die Zeit.



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