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Stadt will Lösung für den Laurentiusfriedhof

BAD MÜNDER. Rund 18 Monate ist es her, dass auf dem Laurentiusfriedhof alte Bäume fallen mussten. Auch damals war bereits absehbar: Es wird nicht der letzte Einsatz der Motorsäge gewesen sein. Auch im Streit um die Pflege des Geländes soll es endlich eine Lösung geben.

Park oder Friedhof: Seit über einem Jahrzehnt streiten Stadt und Kirchengemeinde über die Grünpflege auf dem Laurentiusfriedhof. Foto: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Den Auftrag für die erneute Baumfällung hat die Stadtverwaltung bereits erteilt, erklärte Bürgermeister Hartmut Büttner gestern. In den nächsten Tagen sollen die Arbeiten beginnen. Insgesamt drei marode Eschen, die von einem Pilz befallen sind, müssen weg. Doch damit nicht genug: „Wir wollen einen Arbeitskreis für den Friedhof gründen“, sagt Büttner. Denn auf dem Gelände, das der evangelischen Kirchengemeinde gehört und einst von der Stadt gepachtet wurde, gibt es mehrere Baustellen. Ein erstes Treffen soll es noch in diesem Jahr geben. Laut Büttner ist neben Stadt und Gemeinde auch der Heimatbund mit im Boot.

„Es geht um alles“, erklärt Margret Luther, Vorsitzende des Kirchenvorstands. Alles – das heißt beim Laurentiusfriedhof: Bäume, Wege und Mauern. „Die Mauern sind abgängig, außerdem kostet es jedes Mal rund 800 Euro, wenn ein Baum gefällt werden muss“, nennt Luther einige der Probleme.

Der Friedhof ist nicht entwidmet, seit über 60 Jahren wurde dort aber niemand mehr beigesetzt. Die Stadt möchte das Gelände als öffentlichen Park erhalten, auch weil über den alten Friedhof Wege zur DRK-Kindertagesstätte am Laurentiusweg und zum Rohmelbad führen. Deswegen übernimmt die Verwaltung die Grünpflege – vertraglich geregelt ist das allerdings nicht.

„Es wird in dem Arbeitskreis natürlich auch um die Finanzierung gehen“, ließ Büttner bereits verlauten. Eigentlich haben weder Stadt noch Gemeinde Geld für die Pflege übrig. Als im Februar 2015 schon einmal 18 Eschen gefällt werden mussten, hatten sich beide Parteien auf eine Kostenteilung verständigt – als akute Maßnahme. Schon damals wollte man einen Arbeitskreis gründen, die Pläne verliefen aber im Sande.

Eine konkrete Planung, was instand gesetzt werden muss und wie viel das kosten würde, gibt es nicht – es wäre die erste Aufgabe des Arbeitskreises. „Allein so eine Aufstellung kostet ja schon Geld“, weist Luther auf die teure Denkmalpflege hin, „es dreht sich alles ums Geld.“ Die Petri-Pauli-Gemeinde hatte in der Vergangenheit schon einmal eine Sperrung des Geländes erwogen, weil die Gemeinde die Anlage nach Aussage von Luther nicht selbst unterhalten kann. Aus Sicht des Kirchenkreises – der übergeordneten Behörde – müssen sich Friedhöfe über den laufenden Betrieb finanzieren. „Im Grunde handeln wir derzeit immer noch nach den alten Verträgen“, erklärt Luther weiter.

Die unklare Vertragslage zwischen Stadt und Gemeinde war vor rund elf Jahren offenbar geworden, als ein poröses Steinkreuz umgefallen war und ein Kind schwer verletzt hatte. Seither wollte man neue Verträge ausarbeiten.



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