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Fällung von Rotdorn in der Wettorstraße verteidigt / Anlieger wurden bereits im März informiert

Stadt will kein „Bäumchen-wechsel-dich-Spiel“

Hameln (CK). Die Stadt Hameln wehrt sich gegen Vorwürfe von Anliegern der Wettorstraße, die behauptet hatten, dass „prächtige“ Rotdornbäume in einer „Nacht- und Nebelaktion“ der Säge zum Opfer fallen – eine Aussage, die im Rathaus für Verwunderung gesorgt hat. „Bereits im März haben alle Anlieger eine Info erhalten, dass die Bäume gefällt werden müssen“, sagt Pressesprecher Thomas Wahmes. Ganz bewusst habe die Stadt die Anwohner eingebunden und um Verständnis geworben. „Unsere Informationspolitik ist hier vorbildlich gewesen.“

Nach Darstellung von Wahmes waren die Rotdornbäume häufig von Schädlingen befallen. „Wir gehen davon aus, dass es sich um Gespinstmotten gehandelt hat.“ Jedenfalls seien die Bäume bereits im Juli beziehungsweise August annähernd ohne Laub gewesen, das vorhandene Laub sei mehr oder weniger vergilbt. Durch den frühen Blattverlust habe sich die Vitalität der Bäume immer weiter verschlechtert – darunter habe die Standfestigkeit gelitten. Wahmes: „Dies war für uns der Grund, in der Wettorstraße zu handeln.“

In den letzten Jahren sei in der Wettorstraße ein weiterer Schädling, der Birnenprachtkäfer, auf dem Vormarsch, der vor allem Crataegus-Arten (der botanische Name für Rotdorn) befällt. Die Larven bohren sich unter die Rinde und legen Fraßgänge an. Dadurch werden Äste geschädigt, nach und nach stirbt der Ast (oder der ganze Baum) ab. Die geschlüpften Käfer führen an den Blättern einen sogenannten Reifungsfraß durch und schädigen die Bäume dadurch zusätzlich. Der Befall, so Wahmes, sei nicht auf einzelne Straßen begrenzt, sondern ziehe sich vom Rotenberg über die Innenstadt bis nach Afferde.

Dass die Anwohner in der Wettorstraße noch eine schöne Blüte gesehen haben, bestreitet der Pressesprecher nicht. „Aber das sagt nichts über den Zustand der Bäume aus.“ Ein absterbender Baum versuche natürlich noch, die Art zu erhalten, und dies geschehe bei Pflanzen durch verstärktes Blühen, um so mehr Samen verbreiten zu können.

Wahmes glaubt, dass die Stadt bei der Nachpflanzung die besseren Argumente hat. Da Rotdornbäume sehr anfällig für Schädlingsbefall sind, macht es keinen Sinn, diese Baumart nachzupflanzen. Daher setzen wir auf die deutlich robustere Hopfenbuche. Selbstverständlich“, so Wahmes, „waren wir von Anfang an bereit, mit den Anliegern über die Art der Nachpflanzung zu reden.“ Wenn sich jedoch nur ein einzelner Anwohner melde, der mit dem Vorgehen nicht einverstanden sei, müsse man davon ausgehen, dass die Umgestaltung bei allen anderen auf Zustimmung stoße.

Da nun bereits im hinteren Abschnitt der Wettorstraße Hopfenbuchen nachgepflanzt wurden, spreche alles dafür, im vorderen Bereich genauso vorzugehen – „sonst hätten wir ja einen Bruch im Straßenbild“. Und ein „Bäumchen-wechsel-dich-Spiel“, sprich ein Herausnehmen der Hopfenbuchen im hinteren Bereich der Straße, könne man niemandem verständlich machen.

Unbekannte haben Rotdorn-Bäume in der Wettorstraße mit Schildern versehen. Die Nachpflanzung hat bereits begonnen, aber nicht alle Anlieger sind einverstanden.

Foto: Wal




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