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Stadt rüstet beim Datenschutz auf

Bad Münder. Die aktuelle Diskussion um mögliche Sicherheitslücken des Betriebssystems Windows XP wird bei der Stadt mit relativer Gelassenheit gesehen. Den Vorwurf, sich nicht rechtzeitig um eine Lösung für den Tag X, an dem Microsoft den Service eingestellt hat, gekümmert zu haben, muss sich die Stadtverwaltung im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen nicht gefallen lassen: Gemeinsam mit dem Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung in Oldenburg (KDO) wird die Datenverarbeitung der Stadt derzeit komplett neu aufgestellt.

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Das zentrale Element dabei: Daten, sensible ebenso wie weniger sensible, werden künftig nicht mehr auf Servern in Bad Münder gelagert, sondern nur noch im abgesicherten Rechenzentrum in Oldenburg. „Eine Lösung, die mich nachts ruhig schlafen lässt“, sagt Marcus Westphal, als Dezernatsleiter für die Datensicherheit zuständig. Neben Sicherheitsaspekten und finanziellen Vorteilen gab es für Westphal und Christoph Illgen, der ihn im Projekt unterstützt, aber auch weitere Aspekte für eine Umstellung: Als relativ kleine Kommune sei es für Bad Münder schwer, Administratoren und entsprechende Vertretungen vor Ort ständig auf dem neusten Stand der sich rasant entwickelnden Technik und immer komplexeren Systeme zu halten. Und auch die Anpassung von Hard- und aktueller Software falle zunehmend schwerer.

Das Projekt mit der KDO, mit der die Stadt bereits seit längerer Zeit zusammenarbeitet, läuft unter der Überschrift „Modernisierung der IT-Infrastruktur“ und greift ganz grundsätzlich ein: Dort, wo bislang noch der klassische PC zumeist mit Microsoft-Betriebssystem steht, soll künftig nur noch ein „Thin Client“ verwendet werden – ein energiesparender Kleincomputer, der ausschließlich die Verbindung zum Rechenzentrum in Oldenburg herstellen und Bildinhalte übertragen wird. „Sämtliche Daten befinden sich zukünftig im abgesicherten Rechenzentrum, womit Datenschutz und Sicherheit auf höchstem Niveau gewährleistet wird“, erklärt Manuel Bruns, Produktmanager bei der KDO.

55 Arbeitsplätze werden bei der Verwaltung mit den neuen Endgeräten ausgestattet, die dann in die KDO-Cloud eingebunden werden. Als Standard wird das jeweils aktuelle Betriebssystem eingespielt, außerdem Büroanwendungen wie MS Office. Auch auf individuelle Softwarelösungen, die bisher genutzt wurden, muss nicht verzichtet werden, allerdings liegen auch sie künftig im KDO-Rechenzentrum.

Was für Bad Münder neu ist, ist dennoch nicht komplettes Neuland. Bereits bei mehreren Kommunen und Landkreisen habe sich diese Lösung in der Praxis bewährt. Westphal ist von dem Modell überzeugt und gerade vor dem Hintergrund größtmöglicher Datensicherheit mit dem bisherigen Verlauf der Umstellung zufrieden. „Zum Jahreswechsel haben wir relativ geräuschlos das gesamte Finanzwesen der Stadt ausgelagert“, sagt er. Daten aus dem Personalbereich und Standesamt seien zuvor bereits ins Rechenzentrum transferiert worden. Die Daten des Einwohnermeldeamtes folgen.

Westphals Ziel: Die Umstellung soll bis zu den Sommerferien vollzogen sein. Auch aus diesem Grund bringen fehlende Sicherheits-Updates für die restlichen XP-Rechner ihn derzeit nicht zum Schwitzen. Die KDO habe zudem in ihrem Konzept einen sicheren Übergangsbetrieb berücksichtigt.jhr



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