weather-image
Michael Scheler möchte mobilen Stand in der Fußgängerzone errichten / Stadt fürchtet Präzedenzfall

Stadt lässt den "Bratwurst"-Traum platzen

Bückeburg (tw). "Warum hat eine Touristenstadt wie Bückeburg kein Interesse an einem - mobilen - Bratwurststand in der Fußgängerzone?": Diese Frage bewegt derzeit Michael Scheler (50). Der gebürtige Coburger, der seit 2001 in der Ex-Residenz lebt und hier die nach seinem Dafürhalten "beste Wurst der Welt" verkaufen will, kennt die Antwort: "Wirwollen so was in Bückeburg nicht. Es gibt genug Restaurants und Gaststätten." Das, so Scherer, sei die "kurz angebundene" Antwort gewesen, die er auf seine telefonische Anfrage im Ordnungsamt erhalten habe.

0000486977.jpg

Die Vorgeschichte: "In meiner früheren Heimat Bayern gibt es an fast jeder Straßenecke einen Bratwurststand", sagt der gelernte Steinsetzer, der seit drei Jahren Hartz-4-Empfänger ist. Anders in Niedersachsen und speziell in Bückeburg. Da lag für Scheler die Idee nahe, in diese "Marktlücke" zu stoßen - und Grillgut auch hier anzubieten. "Ich hatte schon fast alles klar gemacht", so der 50-Jährige. Ein fahrbarer Bratwurststand soll es sein, den er - sieben Tage die Woche - zwischen 9 und 19 Uhr in der Fußgängerzone respektive auf dem Marktplatz postieren will. "Die Würste", sagt Scheler, "wären ,Original-Coburger'; ich kann sie eingeschweißt und vorgebraten direkt aus Bayern beziehen." Hinzu kämen Grillspezialitäten von Bauerngut; einen Verkaufswagen für die Ware, den er nach getaner Arbeit abbauen und des Nachts aus der Fußgängerzone entfernen wolle, habe ihm das Fleischwerk bereits in Aussicht gestellt. Dann habe der Anruf im Ordnungsamt alle diese Pläne durchkreuzt. "Ich war wie vor den Kopf gestoßen", berichtet Scheler. Zumindest ein persönliches Gespräch mit einem der Mitarbeiter, bei dem er seine Pläne hätte darlegen wollen, habe er erwartet. "Wir akzeptieren mobile Stände nur zu besonderen Anlässen, nicht aber als Dauereinrichtung", sagt Reiner Brombach. Der Bürgermeister, der sich vor seine Mitarbeiter stellt, auf Anfrage der Landes-Zeitung: " Würden wir im Fall von Herrn Scheler Ja sagen, dann würden wir einen Präzedenzfall schaffen. Denn was sollten wir dem Zweiten oder Dritten sagen, der mit einem ähnlichen Begehren an uns heran tritt?" Gäbe die Stadt nach, entstünde quasi eine "Ladenzeile in der Ladenzeile". Das sei weder im Sinne des Einzelhandels, noch des Tourismus. Tatsächlich gebe es aber auch "keinen Bedarf" für diese Imbissstände respektive -wagen. Die Fußgängerzone sei mit einem großen und vielfältigen Gastronomieangebot gesegnet. Davon abgesehen: "Andere Betreiber", betont Brombach, "müssen für teures Geld Lokale anpachten, um ihre Speisen und Getränke an den Mann zu bringen". Immerhin: Scheler zufolge hat ihm das E-Center angeboten, (s)einen Würstchenstand kostenfrei auf dem Marktgelände aufzustellen. "Das", sagt der 50-Jährige, "wäre wegen der geringeren Kundenfluktuation zwar nur die zweitbeste Lösung - aber immerhin".



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt