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CDU fordert im Rat erneut Verkauf - und scheitert

Stadt behält Hofapotheke - Mehrheit sieht nur Vorteile

Bückeburg (kk). Soll die Stadt das Gebäude der Hofapotheke verkaufen oder sanieren und weiter selbst nutzen und verpachten? Christopher Wuttke machte sich für die CDU in der Ratssitzung am Donnerstag noch einmal für eine Privatisierung stark. Sein Hauptargument: Es könne nicht Aufgabe der Stadt sein, in die Ausstattung eines Gastronomiebetriebes zu investieren und so in den Wettbewerb unter den Wirten einzugreifen. Nur 50 000 der veranschlagten 350 000 Euro wären Sanierungskosten für das Gebäude, der Rest entfalle auf Umbauten. Die Pachteinnahmen ständen in keinem Verhältnis zu diesen Ausgaben. Wuttke forderte die Stadt auf, sich auf ihre Kernaufgaben zu besinnen: "Schließlich ersticken wir in Kassenkrediten!"

Bernd Insinger (SPD) sieht das ganz anders. Er verteidigt den Beschluss der Mehrheitsgruppe, das historische Gebäude im Bestand der Stadt zu behalten. Der angebotene Kaufpreis sei viel zu gering gewesen. Schon nach fünf Jahren wäre er aufgebraucht gewesen, wenn die Stadt wie gefordert weiter Büroräume im ersten Obergeschoss angemietet hätte. Nun könne die Verwaltung weiterhin eigene Räume nutzen, dieInvestitionen würden sich durch die Pachteinnahmen für die Gaststätte im Erdgeschoss und die eingesparte Miete schon nach sieben Jahren amortisieren, rechnete Insinger vor. Den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung ließ er nicht gelten: Die Höhe der Pacht sei durchaus angemessen. Ein weiteres Argument gegen den Verkauf: Das historische Ensemble am Markt sei ein Aushängeschild der Stadt. Da sei es sicher nicht schlecht, wenn das Verfügungsrecht über die Hofapotheke auch bei der Stadt bleibe. Der Wirtschaftsplan für die Ratskellerbetriebe - hier ist auch die Hofapotheke ausgewiesen - wurde mit den Stimmen der Mehrheitsgruppe angenommen. 13 Ratsmitglieder stimmten dagegen. Übrigens: Am Tag der Sitzung lagen in der Hofapotheke schon Infozettel aus, auf denen Wirt Harald Strüwe auf eine Umbaupause vom 25. Februar bis zum 5. Juni hinweist.

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