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Geschäftsführer-Assistent nach zwei Tagen geschasst: Mitarbeiter „sprachlos“ über das Gebaren des Aufsichtsrats

Staatsbad: Personalie erledigt – von Ruhe keine Spur

Bad Nenndorf (rwe). Diese Woche dürften die Mitarbeiter des Nenndorfer Staatsbades nicht so schnell vergessen. „Wir sind sprachlos“, hieß es gestern aus der Belegschaft zu der schnellen Trennung von Alexander Schlick, der erst am Dienstag als Geschäftsführer-Assistent vorgestellt worden war und dann zwei Tage später wegen der gegen ihn anhängigen Strafverfahren doch wieder gehen musste.

Bad Nenndorf (rwe). Diese Woche dürften die Mitarbeiter des Nenndorfer Staatsbades nicht so schnell vergessen. „Wir sind sprachlos“, hieß es gestern aus der Belegschaft zu der schnellen Trennung von Alexander Schlick, der erst am Dienstag als Geschäftsführer-Assistent vorgestellt worden war und dann zwei Tage später wegen der gegen ihn anhängigen Strafverfahren doch wieder gehen musste. „Hoffentlich kommen die im Aufsichtsrat jetzt zur Besinnung“, lautet ein Wunsch bei den Mitarbeitern.

Schon die Präsentation des Diplombetriebswirtes empfanden viele Angestellte aufgrund der schwerwiegenden Vorwürfe als „bedenklich“. Zumal der Klinikprofi Schlick zwar nur den Titel Assistent trug, wegen seiner Kompetenzen und Erfahrungen aber „auf Augenhöhe“ mit seinem neuen Chef Hartmut Ammann agieren sollte. Letzterer ist der Finanzprofi, der das Controlling im Staatsbad übernehmen soll, allerdings über wenig Erfahrung in der Branche und der Geschäftsführung verfügt.

Ammann, der offiziell am 1. März seine Stelle antritt, muss sich nun schnell einen Fachmann an die Seite holen. Doch den zu finden, ist nicht so leicht. Die Wahl soll unter anderem auch deshalb auf Schlick gefallen sein, weil die übrigen Bewerber nicht so sehr dem Wunschprofil des Staatsbades entsprachen. Ob die Zahl der geeigneten Kandidaten nach den Schlagzeilen um den fristlosen Rauswurf von Peer Kraatz und der nun folgenden Posse um Schlick steigt, ist eher zu bezweifeln.

„Auch Bewerber googeln“, verweist ein Beobachter aus dem Klinikwesen darauf, dass sich nicht nur die Angestellten im Internet schlaumachen, sondern auch potenzielle Chefs. Die Vorgänge um die Personalie Schlick dürfte den Ruf des Staatsbades eher ramponiert haben und auf gute Leute abschreckend wirken.

Auch für das Staatsbad schafft die Trennung eine neue Situation. So sollte sich Interimsgeschäftsführer Heinz-Hermann Blome bis Ende März langsam auf seine Hauptaufgabe als Kurdirektor in Bad Pyrmont zurückziehen. Ob er als Fachmann nun weiter in Bad Nenndorf Präsenz zeigen muss, ließ sich gestern nicht klären. Blome war nicht zu erreichen.

In jedem Fall dürfte die Eröffnung der Wellness-Ebene im Schlammbadehaus davon betroffen sein. Am Mittwoch bei der Vorstellung der Doppelspitze hatte es geheißen, dass die neue Geschäftsführung nun das Konzept erarbeiten würde, das für den Betrieb fehle. Auch dann hätte es bis zum Sommer gedauert, die für eine Million Euro umgebaute Etage zu eröffnen. Ohne den Klinikspezialisten dürfte sich dieser Termin, den das Land im November noch für das erste Quartal angekündigt hatte, weiter verschieben.

Vom Ziel, wieder Ruhe in das Unternehmen zu bringen, hat sich der Aufsichtsrat zudem weiter entfernt denn je. Allerdings zieht sich die Vorsitzende Cora Hermenau unter anderem darauf zurück, mit Schlick auch im Sinne der Arbeitnehmer gehandelt zu haben.

Eine Stellungnahme der Personalvertretung zu den Turbulenzen gibt es nicht. Vom Betriebsrat und seiner Vorsitzenden Gerlinde Berheide, die ebenfalls im Aufsichtsrat sitzt und offenbar entscheidend mitgewirkt hat an der Einstellung Schlicks, ist kein Wort zu vernehmen. Hermenau soll sich gleich dreimal bei ihr vor versammelter Mannschaft in der Wandelhalle für den Einsatz in der Personalfindung bedankt haben. Sogar von „Vier-Augen-Gesprächen“ wurde berichtet, worüber sich andere Personalvertreter nur wunderten. Denn es dürfte sich um einen Alleingang der mächtigen Betriebsrätin gehandelt haben, die seit acht Jahren an der Spitze des Gremiums steht. Dessen Mitglieder blieben weitgehend ahnungslos, wie es um die neue Führung gestellt ist. Über den Namen und die mögliche Brisanz sollen die übrigen Personalvertreter lange im Unklaren gelassen worden sein. Die Personalie Schlick ist damit zwar erledigt, könnte das Staatsbad aber auch intern noch eine Weile beschäftigen. Berheide war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.




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