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Kirch- und Totenwege eindeutig belegt / WesentlicheÄnderungen nach dem Dreißigjährigen Krieg

Spuren historischer Schaumburger Wege

Bückeburg (bus). Das Augenmerk der Zeitgenossen auf vermeintlich "kleine Kulturgüter" zu lenken, hat sich das Projekt "Spurensuche im Schaumburger Land" auf die Fahnen geschrieben. Die unter dem Dac h der Schaumburger Landschaft angesiedelte Gruppe dokumentiert ihre Funde in sogenannten Historischen Ortsspaziergängen und einer Posterserie, die sich speziellen Gesichtspunkten widmet. In der aktuellen Posterveröffentlichung begibt sich Dr. Roswitha Sommer auf die Spuren historischer Wegestrecken.

Sommer macht in einem beigefügten Informationsblatt darauf aufmerksam, dass das Gesamtstraßennetz des heutigen Landkreises Schaumburg mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges wesentliche Veränderungen erfuhr. Die Expertin: "Da die Altstraßen nach der Teilung der alten Grafschaft Schaumburg (1648) teils durch die hessische Grafschaft Schaumburg, die Grafschaft Schaumburg-Lippe und das Königreich Hannover führten, änderte man ihre Trassen unter Umgehung des Auslandes, so beispielsweise 1790 die des von Rinteln nach Obernkirchen führenden Heerweges." Die seit dem hohen Mittelalter urkundlich bezeugten Dörfer verbanden neue Wege, um unter Berücksichtigung topografischer Begebenheiten möglichst schnell und ohne Hindernisse von einem Ort zum anderen gelangen zu können. Zumeist relativ kurze und an Gotteshäusern oder Friedhöfen orientierte Kirch- und Totenwege sowie Alleen und Chausseen sind wesentlich eindeutiger zu belegen. Auch die viele Kilometer langen, zum Abtransport der heimischen Bodenschätze benutzten Verbindungen, von deren Existenz überkommene Bezeichnungen wie Kohlenweg, Steinbruch-oder Steinhauerweg zeugen, gelten als unstrittig. Die geförderte Steinkohle respektive der bereits im 11. Jahrhundert gebrochene Sandstein wurden von den Bückebergen zu den Verladestellen Rinteln und Lahde an die Weser gebracht. Mit der Beförderung der Post entstanden 1621 in Bückeburg, 1644 in Stadthagen und 1684 in Hagenburg Poststationen, zwischen denen reitende und fahrende Postillione festgelegten Routen folgten. Die vom Hause Thurn und Taxis betriebene Linie nahm von 1621 bis 1807 den Kurs von Detmold über Rinteln und Bückeburg nach Nienburg. Eine weitere Reiterpost führte von 1735 bis 1806 von Karlshafen über Obernkirchen nach Bremen. Die 1694 eingerichtete "Hannoversche Post" ging von Hannover über Hagenburg und Leese nach Osnabrück. Auf die einst von den Postboten benutzten Verbindungen verweisen vielerorts Straßennamen. Außer den mit 28 Beispielen bebilderten "Historischen Wegestrecken" veröffentlichten die Spurensucher bislang Zusammenstellungen über Schaumburger Mützen, Tore, Brücken, Grenzen und Wasserkraft sowie "Historische Baumgestalten". "Die Serie soll besondere Kleinode des Schaumburger Landes vorstellen, die in Reiseführern kaum Erwähnung finden sowie nur wenigen Bewohnern bekannt und als Kulturgut kaum bewusst sind", erläutert Dr. Karl-Heinz Oelkers, der die ehrenamtliche Arbeit der Spurensucher koordiniert.




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