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"Alternative für Deutschland" stellt Anke Tischler aus Völksen als Kandidatin auf

Springerin will Regionspräsidentin werden

Völksen. Das Bauchgrummeln, das Anke Tischler bei den Nachrichten verspürte, war irgendwann nicht mehr erträglich. Die Euro-Rettungspolitik, die könne einfach nicht gesund sein. „Das zwingt Deutschland, für gewaltige Schulden anderer Staaten zu haften – und sie dann zu bevormunden“, sagt die 47-Jährige. „Das bürdet uns hunderte Milliarden an Lasten auf und macht uns dennoch viele Feinde.“

Anke Tischler

Völksen. Das Bauchgrummeln, das Anke Tischler bei den Nachrichten verspürte, war irgendwann nicht mehr erträglich. Die Euro-Rettungspolitik, die könne einfach nicht gesund sein. „Das zwingt Deutschland, für gewaltige Schulden anderer Staaten zu haften – und sie dann zu bevormunden“, sagt die 47-Jährige. „Das bürdet uns hunderte Milliarden an Lasten auf und macht uns dennoch viele Feinde.“

Tischler interessierte sich immer für Politik, schon von Berufs wegen. Die studierte Gesundheitswissenschaftlerin unterrichtet an der Berufsschule Springe neben dem Fach „Gesundheit“ auch Deutsch, evangelische Religion und Politik. „In einer Partei war ich aber nie“, sagt sie. Das änderte sich, als das Bauchgrummeln immer stärker wurde. Beim Lesen eines AfD-Flyers habe sie festgestellt: „Da gibt es eine Partei, die die Euro-Schulden-Sorgen von Bürgern wie mir ernst nimmt.“

Maßgeblich am Europa-Wahlprogramm mitgearbeitet

Wenige Tage nach der Bundestagswahl im September 2013 trat sie in die „Alternative für Deutschland“ ein. Mittlerweile gehört die 47-Jährige als Beisitzerin zum Vorstand des AfD-Regionsverbandes. Sie hat für den Landesverband maßgeblich am Europa-Wahlprogramm der Partei mitgearbeitet und ist nun zu noch Höherem auserkoren: Anke Tischler tritt als Kandidatin fürs Amt des Regionspräsidenten an.

Die Völksenerin ist die einzige Bewerberin aus dem Stadtgebiet. Sie ist auch die einzige Frau, die ihre Kandidatur erklärt hat. Ihr Gesicht werden Springer bald täglich sehen: Die Wahlplakate mit ihrem Porträtfoto sollen ab Mitte nächster Woche an den Laternenpfosten baumeln.

Dabei ist Tischler nicht größenwahnsinnig: „Regionspräsidentin werde ich nicht“, sagt sie trocken. Sie wolle viel mehr ihre Chance nutzen, die „Alternative“ in und um Hannover bekannt zu machen und auf die Europa-Themen der Partei hinzuweisen.

„Ey Leute, ihr spinnt doch“: Als bei einer Sitzung derRegions-AfD im Januar mehrere Mitglieder auf die Studienrätin zustürmten und sie baten, fürs Präsidentenamt zu kandidieren, reagierte sie genauso überrascht wie überrumpelt. Aber warum eigentlich nicht? Irgendjemand müsse sich schließlich trauen. Tischler erbat sich zwei Wochen Bedenkzeit, die Mitglieder wählten sie vor Ort schon einmal „unter Vorbehalt“. Einstimmig, bei einer Einhaltung – von Tischler selbst.

Weil die „Alternative“ bislang nicht im Regionsparlament vertreten ist, geht die Völksenerin schon vorab auf Stimmenfang. 420 Bürger müssen für sie auf einem Unterstützerformular unterschreiben. Bei 240 Mitgliedern in der Region (bundesweit 17500) keine unüberwindbare Hürde.

Bis vor zweieinhalb Jahren hat Familie Tischler (zwei erwachsene Kinder, eine Katze und vier Zwergkaninchen) in Lehrte gewohnt. Jürgen Tischler arbeitet seit drei Jahren als Pastor in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) an der Jägerallee, die Familie suchte einen Bauplatz in der Nähe. „In der Kernstadt haben wir nichts Geeignetes gefunden. Also haben wir uns die Wachlange in Völksen angeschaut. Das war Liebe auf den zweiten Blick.“

Mittlerweile fühle sie sich sehr wohl im Ort. Die sechseinhalb Kilometer zur Berufsschule fährt sie täglich am liebsten mit dem Fahrrad. Das soll sich auch im Wahlkampf nicht ändern. Sonderurlaub hat die Studienrätin nicht beantragt. Die Zeit am Feierabend, an Sonnabenden und in den Osterferien muss reichen. Die fünf Sonnabende vor der Wahl wird sie an Info-Ständen vor dem hannoverschen Kröpke verbringen.

Vermutlich wird Tischler an den Ständen immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, die AfD fische am rechten Rand. „Tut sie nicht“, sagt die Kandidatin bestimmt. „Wir haben durchaus auch linke und grüne Themen. Und nur weil die NPD zurück zur D-Mark will, befürworten wir keine rechtsradikalen Ideologien.“ Jeder Antrag eines Neumitgliedes werde akribisch überprüft. „Gibt es da etwas Verdächtiges, lehnen wir die Aufnahme ab. Auch wenn die Vorwürfe noch so lange zurückliegen.“ So behutsam gehe keine andere Partei vor.

 

Auch das hat sich die Christin vorgenommen: Wer ihr begegnet, der solle die „Alternative“ hinterher mit anderen Augen sehen; ohne Bauchgrummeln.




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