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Neue Schüler aus Rumänien ohne Deutschkenntnisse / Schulleiter bitten Behörde um Unterstützung

Sprachförderung – erster Schritt zur Integration

Bad Münder (jhr). Die Schulen in Bad Münder stehen vor einer neuen Herausforderung: Mit dem Zuzug mehrerer rumänischer Familien ist die Zahl der schulpflichtigen Kinder, die nicht deutsch sprechen, geradezu explodiert. In einem Gespräch mit der Landesschulbehörde wurde jetzt nach Lösungsansätzen gesucht.


Regierungsschuldirektor Reiner Langeheine war von den Schulleitern eingeschaltet worden. „Hier brennt die Hütte“ hatten sie um Unterstützung gebeten, weil sich das Problem mit Bordmitteln der Schulen dauerhaft nicht lösen lässt: Kinder, die etwas lernen wollen, aber aufgrund ihrer fehlenden Sprachkenntnisse keine Chance haben, dem Unterricht in Grundschule, KGS oder Hauptschule zu folgen. Die Stadtelternratsvorsitzende Anja Völksen hatte zuvor die Ratsmitglieder auf das Problem hingewiesen.

Zehn Kinder besuchen die Grundschulen in Bad Münder, Hachmühlen und Eimbeckhausen, zehn die KGS, drei die Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule. Alle sollen jetzt spezielle Sprachförderung erhalten. Die zentrale Frage für Langeheine: „Wie kann man Kindern von der Sprachlosigkeit zur Sprache verhelfen?“ – zumal Sprache als wichtigster Integrationsfaktor gesehen wird. Dazu hat der Dienstvorgesetzte der münderschen Schulleiter Vorgaben und Erlasse unter die Lupe genommen und in Abstimmung mit den Beteiligten einen Weg gefunden: Langeheine hat eine zusätzliche Stelle genehmigen lassen, die Lehrkraft wird sich in Bad Münder mit wöchentlich 22 Stunden ausschließlich um die Sprachvermittlung kümmern. Dazu werden an drei Schultagen die Grundschüler der Klassen eins bis vier in einem Kurs an der Grundschule Bad Münder zusammengefasst, in einem anderen die Schüler von KGS und HWK. Die neue Lehrkraft bringt entsprechende Fachkenntnisse im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ mit. Zunächst läuft das Projekt bis Halbjahresende im Februar, eine Verlängerung scheint jedoch möglich, sagt Langeheine.

Bislang setzen sowohl KGS-Direktor Edgar Schulz als auch Grundschul-Rektor Christoph Schieb in ihren Einrichtungen auf die Unterstützung durch Menschen mit rumänischen Sprachkenntnissen. Schieb hat das Glück, im Kollegenkreis eine Lehrerin mit Rumänisch-Kenntnissen zu haben, Schulz greift auf Übersetzungen durch einen älteren Schüler und die Tante einer Schülerin zurück. Beide sind froh darüber, dass es an ihren Schulen Lehrer gibt, die sich sehr engagiert mit den rumänischen Schülern beschäftigen, beispielsweise durch freiwillige Mehrarbeit. „Aus eigenen Mitteln ist das für eine Schule aber nicht lange durchzuhalten“, sagt Schieb. Langeheine unterstreicht, dass es mit den rumänischen Schülern „keinerlei Probleme im sozialen Bereich“ gebe. „Sie sind ausgesprochen höflich, angepasst und wirklich lernwillig“, sagt er. Schieb freut sich über die Reaktion, die er bei den deutschen Klassenkameraden beobachtet: „Die Kinder werden ohne Scheu aufgenommen, soziale Fähigkeiten werden sehr deutlich sichtbar.“ Er sieht die Aufgabe der Schulen als einen wichtigen Bestandteil der Integration vor Ort.



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