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Spielefest der Nationen wird zum Treffpunkt der Kulturen

BAD MÜNDER. Besorgt schaute Thomas Umlauf, Vorsitzender des SC und Cheforganisator des Spielefestes, am Sonnabendmorgen aus seinem Fenster: Es regnete in Strömen. Dabei hatten die zahlreichen Ehrenamtlichen bereits im Rohmelbad alles aufgebaut.

Volksfestcharakter im Rohmelbad: Hunderte Kinder spielen im und um das Wasser. FOTOS: HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Es gab kein Zurück mehr. Doch das Wetter hatte anscheinend ein Einsehen mit den Kindern – ab 12 Uhr, eine Stunde nach Beginn – herrschte strahlender Sonnenschein und Sommerwetter pur. „Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals so viele Besucher da waren“, freute sich Mitorganisator Stephan Rakel.

Nur mal eben vorbei schauen? Das war eher schlecht. Denn die Organisatoren hatten für die 24. Auflage einiges aufgefahren. Auf zahlreichen Spielgeräten konnten die Jüngsten ausgelassen toben und sich anschließend im Wasser abkühlen. „Endlich findet das Fest wieder im Schwimmbad statt. Und man sieht: Hier geht die Post ab“, sagte Harmut Jäschke von der münderschen Tafel. Das Fest musste in den vergangenen zwei Jahren wegen schlechten Wetters in die Sporthalle verlegt werden.

Die Tafel hatte dieses Jahr außerdem zum ersten Mal eine Tombola organisiert. „Die Lose gingen schnell weg“, ergänzt Hans-Joachim Thomas. Bereits am frühen Nachmittag verkauften die Helfer allein 250 Bratwürstchen und über 100 Schinkengriller über den Tresen.

Rundum zufrieden war auch einer der Hauptsponsoren, Dieter Koenzgen, Vorsitzender des Fördervereins Bundesdeutscher Hilfsdienste. Seit mittlerweile vier Jahren unterstützt der das Spielefest der Nationen. „Auf dem gesamten Gelände ist der Andrang riesig, es ist ein hervorragendes Fest geworden. Dass es so toll wird, hätte ich nicht geahnt.“

Am Stand der Mitspielausstellung „Murmiland“ aus Hannover bekamen nicht nur die Kinder leuchtende Augen: Auch die Erwachsenen verfolgten gespannt den Weg der Murmel durch verstecke Gänge, Keller und Verliese der außergewöhnlichen Schlösser. Mal klappt eine Brücke um und die Murmel saust durch eine Falltür – schnell war der Spieltrieb der Besucher geweckt. An Murmelflippern konnten die Jüngsten ihr Talent ebenfalls unter Beweis stellen. „Dieses Mal ist viel mehr los und im Rohmelbad ist die Atmosphäre auch schöner“, sagt Ortwin Grüttner, der bereits 1989 die ersten Holzbahnen während seiner Zivildienstzeit baute.

Weg von Holzspielzeug und zurück zur Elektronik ging es am Stand der Kreisverkehrswacht Hameln-Pyrmont von Brigitte Hörnicke. Dort konnten die Älteren an einem Fahrsimulator zum ersten Mal am Steuer sitzen – wenn auch nicht im realen Straßenverkehr.

Hoch hinaus ging es hingegen bei Malte Bittner: Der Verein „CAN“ lud zum Kistenklettern ein. Konzentriert stapelte Isabel die Kisten aufeinander, bis der Turm umfiel. „Uns war es wichtig, dass für jeden etwas dabei war“, betonte Rakel. Über 70 Helfer waren am Sonnabend im Einsatz: Die Eltern konnten sich entspannt zurücklehnen, weil ihre Jüngsten rundum betreut wurden.

Wer von Spiel und Spaß eine Pause brauchte, konnte sich nicht nur mit Popcorn oder Waffeln stärken, sondern einige internationale Spezialitäten genießen, das hatte sich Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah auf die Fahnen geschrieben und kurzerhand mit einigen Flüchtlingsfrauen zwei Tage in ihrer Küche gekocht und gebacken: So landeten auf dem Teller der Besucher gefüllte Weinblätter, Fladen mit Spinat oder Taboulé. Dieser Salat hinterließ auch bei den fleißigen Köchen Spuren – genauer gesagt Schnitte in den Händen. „Das muss ganz, ganz klein geschnitten werden“, erklärt Samira Shehada. Da ließ sich der Turntiger, das Maskottchen des Niedersächsischen Turnerbundes, nicht zwei Mal bitten und sicherte sich einen Kuchen. Auch der Rattenfänger aus Hameln besuchte die Nachbarstadt und spielte auf seiner Flöte. Ein Clown verwandelte währenddessen bunte Luftballons in ausgefallenen Kopfschmuck. Am Abend war Organisator Umlauf rundum zufrieden. „Wo ich auch hingesehen habe, überall sah ich nur glückliche Kindergesichter. Da lohnt sich die Arbeit auf jeden Fall.“



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