weather-image
Regen sorgt am Wochenende wieder für viele Spielausfälle / Wettbewerbsverzerrung vorprogrammiert

Spielansetzungen machen den Fußball kaputt

Fußball (seb). Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind auf die Erde nieder, sondern auch im November und Dezember prasseln starke Regenfälle auf die Erde nieder und wirbeln den Spielplan in den Fußball-Ligen kräftig durcheinander.

Die Regenfälle verwandeln vielerorts die Plätze in eine Seenland

Die Fußballer sehnen sich nach der Winterpause, denn die Trainingsbedingungen bei fast sämtlichen Mannschaften ist zurzeit katastrophal. Wenn dann auf dem Fußballplatz trainiert werden kann, gleicht der Untergrund einer Sumpflandschaft und die Akteure bräuchten eher Gummistiefel statt Fußballschuhe oder sie bleiben dem Training ganz fern. Einige Teams können gar nicht auf dem Trainingsplatz Übungsstunden abhalten. Sie sind gezwungen, das Training in die Halle zu verlegen. Eine gute Spielvorbereitung ist unter diesen Umständen nicht möglich. Aber die "Herren Spielplangestalter" haben kein Einsehen und setzen munter die Nachholspiele bis acht Tage vor Weihnachten an. Frust staut sich auf beiden Seiten auf. Ein Blick auf die Kreisliga-Tabelle zeigt ein total verzerrtes Bild. Die VfL-Reserve und der TSV Exten absolvierten schon 16 Spiele, der TuS Sülbeck nur 12 und der TuS Riehe, TSV Algesdorf, TSV Liekwegen und SC Deckbergen-Schaumburg nur 13. Die letzte Begegnung der Sülbecker fand am 4. November bei UnionStadthagen statt. Der Tabellenfünfte aus Liekwegen absolvierte auch nur zwei Spiele im November. Der Spielrhythmus geht flöten. Trainer und Spieler wünschen sich nach einer mehrwöchigen Zwangspause durch Spielabsagen nichts sehnlicher als die Winterpause. Durch die Verlängerung der Serie bis kurz vor Weihnachten haben einige Mannschaften kaum noch eine Winterpause, denn schon am 21. Dezember findet das erste Hallenturnier statt. In elf Qualifikationsturnieren können sich die schaumburger Vereine für das Sparkassen-Masters am 26. und 27. Januar in Obernkirchen qualifizieren. So gibt es Teams, die auf die Halle keinen Wert legen und den Spielern eine verdiente Pause gönnen, aber es gibt auch viele Mannschaften, die ihre Mannschaftskasse auffüllen wollen und fast jede Woche bei einem Turnier mitspielen. Der Rückrundenstart im Kreis ist für das Wochenende 23. und 24. Februar vorgesehen, so dass spätestens Ende Januar wieder die Vorbereitung beginnt. Abschalten vom Fußball oder eine Verletzung in Ruhe auskurieren ist in dieser Kürze kaum möglich, da viele Vereine auch nicht über die Mannschaftsstärke verfügen, um den Spielern die Pause zu gönnen. Während die Mannschaften auf Kreisebene wenigstens eine kurze Pause genießen können, dürfen die schaumburger Vereine auf Bezirksebene fast durchtrainieren. Der VfL Bückeburg bestreitet in der Niedersachsenliga am 15. Dezember sein letztes Spiel vor der Winterpause. Das erste Spiel im neuen Jahrsoll schon am 27. Januar stattfinden. Aber auch in der Bezirksliga geht dieser Irrsinn weiter. Die Nachholspiele werden vor den offiziellen Rückrundenstart terminiert. Obernkirchen, Rinteln, Nienstädt und Niedernwöhren dürfen schon am 17. Februar ihr Können unter Beweis stellen. Nimmt man die Wetterlage in den letzten Jahren im Februar und März genau unter die Lupe, stellt man fest, dass im Februar fast gar keine Spiele stattgefunden haben und im März oftmals erst gegen Monatsende die ersten Spiele angepfiffen wurden. Da stellt sich die Frage, was dieser Irrsinn der Ansetzungen überhaupt soll? Der Fußball mutiert schon fast zu einer Wintersportart. Bereits am 1. Juni findet das letzte Punktspiel statt. Saisonbeginn ist traditionell das zweite Augustwochenende. Der Fußball leistet sich eine Wettkampfpause von zehn Wochen bei besten Bedingungen. Aber in den ungemütlichen Monaten November, Dezember, Februar und März, wo fast keine Zuschauer auf den Platz zu locken sind, sollen fast ein Drittel der Saisonspiele stattfinden. Folgerichtig werden fast alle Partien in diesen vier Monaten abgesagt, so dass im April der Trainingsbetrieb eingestellt werden kann, denn dann können die Nachholspiele endlich durchgeführt werden und die Vereine den ganzen Monat im Sonntag-Dienstag-Sonntag-Rhythmus zwischen acht und zehn Spiele absolvieren. Der Wettbewerbsverzerrung ist Tür und Tor geöffnet. Keine Kritik ohne einen Verbesserungsvorschlag. Der Saisonbeginn bleibt am zweiten Wochenende im August bestehen. Bis Ende September müssten durch zwei oder drei Wochenspieltage zwischen acht und zehn Spieltage absolviert sein. Das letzte Punktspiel vor der Winterpause findet spätestens am zweiten November-Wochenende statt. Die Winterpause geht bis Mitte März. In dieser langen Pause könnte der Hallenspielplan entzerrt und weitere Möglichkeiten einer Turnierserie für die unteren Kreisteams geschaffen werden. Am dritten Wochenende im März beginnt dann die Rückrunde. Das letzte Punktspiel könnte dann Mitte Juni stattfinden. Danach würde noch zwei Wochen Relegation gespielt, so dass Ende Juni die Serie abgeschlossen wäre. Auch ist es eine Überlegung wert, ob die Staffelstärke nicht grundsätzlich auf 14 Mannschaften reduziert werden sollte. Die Spielausschüsse der Kreise und Bezirke sollten sich endlich einmal zusammensetzen und den Spielplan überarbeiten, denn sonst wird der Fußballsport schweren Zeiten entgegenblicken.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt