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Aber welches ist das Richtige? Infos und Tipps für eine gute Wahl beim Einkaufen

Speiseöl ist nicht gleich Speiseöl

Landkreis (mld). In den einzelnen Gängen eines Supermarktes kann man schon einmal leicht den Überblick verlieren, so groß ist inzwischen die Variation eines Produkts. Speiseöle zum Beispiel: Es gibt sie in verschiedenen Formen, aus Früchten oder Kernen, meist mit dem Zusatz „extra“ oder „kalt gepresst“. Im Handel erhältliche Speiseöle dürfen nur aus Pflanzen hergestellt werden. Aber: Ist Öl denn nicht gleich Öl?

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Werden die Kerne, Früchte oder Samen während der Ölgewinnung gepresst, bezeichnet man das Öl als „kalt gepresst“ oder „nativ“. Chemische Zusatzstoffe sind nicht erlaubt. Geschmacksstoffe, Vitamine und die als gesund geltenden mehrfach ungesättigten Fettsäuren bleiben erhalten. Die ungesättigten Fettsäuren sind lebenswichtig, allerdings kann der menschliche Körper sie nicht selber herstellen.

Der Nachteil: Erhitzt man native Öle – etwa beim Braten oder Backen –, gehen die Inhaltsstoffe verloren. Werden sie so stark erhitzt, dass sie rauchen, können gar gesundheitsschädigende Substanzen entstehen.

Für raffinierte Speiseöle werden die Kerne, Früchte oder Nüsse mit Wärme und Lösungsmitteln behandelt und gefiltert oder mit chemischen Substanzen behandelt, um mehr Öl aus der Pflanze zu gewinnen. Das Öl muss raffiniert werden, unerwünschte Begleitstoffe also wieder entfernt werden. Dieser Prozess zerstört allerdings das Aroma der Öle, ihre Vitamine sowie die Fettsäuren – garantiert aber, dass diese Öle hocherhitzt werden können.

Rapsöl: Ist wohl am häufigsten in den deutschen Küchen zu finden, da universell einsetzbar, geschmacksneutral und preiswert. Durch seinen hohen Anteil an Linolsäure ist es besonders gesund – Linolsäure ist wichtig für die Zellerneuerung und soll außerdem das Herzinfarkt-Risiko senken.

Olivenöl: Meist kalt gepresst, kann als Ausnahme unter den nativen Speiseölen auch erhitzt werden. Ist durch sein starkes Aroma gerade für die mediterrane Küche gut geeignet. Besonders hochwertig ist Olivenöl mit dem Zusatz „nativ extra“ oder „extra vergine“ aus der ersten Pressung. Hier wird gern Etikettenschwindel betrieben, also auf eine hellgrüne Farbe und einen zarten, fruchtigen Geschmack achten. Olivenöl wird aus bis zu drei Pressungen gewonnen. Ein hoher Preis ist hier kein Garant für hohe Qualität. Olivenöl soll sich besonders positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken und vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen.

Sonnenblumenöl: Hat einen nussigen Geschmack, ist kalt gepresst besonders gesund. Raffiniert eignet es sich zum Dünsten, Braten und Backen. Soll dem Körper beim Abbau von Fettzellen helfen und enthält viel Vitamin E.

Distelöl: Hat, wie Raps-, Sonnenblumen- und Kürbiskernöl, einen hohen Anteil an Linolsäure und ist besonders reich an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Kalium.

Erdnussöl: Ist in der raffinierten Form universell einsetzbar. Kalt gepresst passt es besonders gut zu asiatischen Gerichten.

Walnussöl: Ist schlecht haltbar, aber besonders aromatisch. Hat außerdem eine pilztötende Wirkung und kann zur Desinfektion eingesetzt werden.

Kürbiskernöl: Sollte wegen seines intensiven Aromas sparsam verwendet werden, ist zudem lichtempfindlich. Ihm werden besonders viele gute Eigenschaften und Inhaltsstoffe zugesprochen.

Leinöl: Reagiert besonders empfindlich auf Hitze und sollte daher in der Küche nur kalt verwendet werden. Da es bereits nach kurzer Zeit ranzig wird, kauft man es nur in kleinen Mengen. Es hat ein kräftiges Aroma.

Sesamöl: Ist lange haltbar und geschmacksintensiv. Traditionell wird es in der asiatischen Küche verwendet. Schwarzes Sesamöl ist besonders geschmacksintensiv.

Traubenkernöl: Sollte ausschließlich kalt verwendet werden, passt zum Beispiel auch zu Obstsalaten.

Arganöl: Stammt aus der Frucht des marokkanischen, vom Aussterben bedrohten Arganbaums und ist etwas für Gourmets.



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