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„Das ist die Ernte, die wir einfahren“

SPD-Kandidat Adomat klarer Sieger im Wahlkreis Hameln-Rinteln

Der Wind hat sich gedreht im Wahlkreis Hameln-Rinteln – zugunsten der SPD. Lieferten sich die Direktkandidaten von SPD und CDU bei der Landtagswahl 2013 im Wahlkreis 38 noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das am Ende die CDU knapp für sich entschied, so geht der Wahlsieg dieses Mal mit deutlichem Vorsprung an die SPD.

Autor:

Philipp Killmann und Frank Henke

„Wir freuen uns, es in diesem sehr umkämpften Wahlkreis geschafft zu haben“, sagte Wahlsieger Dirk Adomat (SPD). Er habe den Wahlkampf als „Langestreckenrennen“ empfunden. Die SPD habe einen „sehr intensiven Wahlkampf“ geführt, und „das Ergebnis ist jetzt die Ernte, die wir einfahren“. 40,6 Prozent der Wählerstimmen hat Adomat für sich gewinnen können. Der SPD-Kandidat Heiner Bartling war vor vier Jahren auf 39,6 Prozent gekommen und damit gescheitert.

Adomat könne sich vorstellen, die rot-grüne Koalition im Landtag weiter fortzusetzen, dazu stehe er. Zumal er und die Grünen-Kandidatin Anja Piel aus demselben Ort, Fischbeck, kämen und es mehrere politische „Anbindungen“ gebe. Persönlich wolle er sich im Landtag nun insbesondere für Bildung, zukunftssichere Arbeitsplätze, eine gute medizinische Versorgung einsetzen und die Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte verbessern.

Es war ein sehr engagierter und fairer, aber auch sehr kurzer Wahlkampf.

Martin Brüggemann, CDU-Kandidat

Der CDU-Direktkandidat Martin Brüggemann blieb mit 34,5 Prozent nicht nur deutlich hinter Adomat zurück – sondern auch hinter dem Ergebnis von Otto Deppmeyer von vor vier Jahren. Der hatte die Wahl damals mit 40,2 Prozent knapp für sich entscheiden können.

Das Wahlergebnis, so Brüggemann, sei aber nicht nur für ihn persönlich enttäuschend, sondern auch für die CDU. „Wir hatten uns mehr erhofft und mit einem knapperen Ergebnis gerechnet.“ Es sei zwar „ein sehr engagierter und fairer, aber auch sehr kurzer Wahlkampf“ gewesen. „Deshalb war es für die CDU schwierig, die landespolitischen Themen zu transportieren“, so Brüggemann. „Das Momentum lag bei der SPD, die viel Zuspruch erfahren hat.“ Diesen „Effekt abzufedern“ sei der CDU nicht gelungen. Klar, so Brüggemann, müsse er sich nun auch fragen, inwiefern die Niederlage im Wahlkreis auch mit seiner Person zu tun habe, aber dafür brauche er jetzt erst mal „Abstand“.

Die Spitzenkandidatin der niedersächsischen Grünen und Direktkandidatin des Wahlkreises 38, Anja Piel, verschlechterte sich im Vergleich zu vor vier Jahren. Konnte sie damals 11,4 Prozent der Wähler von sich überzeugen, waren es jetzt nur noch 8,16 Prozent.

Piel hofft auf eine Fortführung der rot-grünen Koalition. „Ich erkenne parallele Strukturen zur Wahl 2013“, sagte sie gestern Abend in Hannover. 2013 stand erst sehr spät fest, dass es für die Grünen zur Bildung einer Koalition mit der SPD reichte, obwohl die CDU stärkste Partei geworden war. Rot-Grün hatte damals beim Abschluss der Auszählung einen hauchdünnen Vorsprung gehabt und seitdem mit einer Ein-Stimmen-Mehrheit regiert.

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Lutz Schöne holte als erster Landtagskandidat der AfD im Wahlkreis 7,4 Prozent. Bei den Zweitstimmen kam die AfD auf 7,7 Prozent. Am Sonntagabend war Schöne nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Dr. Manfred Otto, Kreisvorsitzender der AfD Weserbergland, freute sich indes über die Resultate in den Wahlkreisen 36 und 38, wo die Alternative für Deutschland jeweils gut einen Prozentpunkt über dem Landesergebnis liegt. Die sei „ein Ergebnis der Präsenz der Kandidaten vor Ort“, meinte der Kreisvorsitzende. Generell sei Niedersachsen für die AfD jedoch „ein schwieriges Pflaster“.

„Ich bin ein neues Gesicht“, betonte FDP-Direktkandidat Roman von Alvensleben und war zufrieden mit seinen erreichten 4,8 Prozent der Erststimmen. Auf 3,1 Prozent war bei der letzten Wahl seine Vorgängerin Kathrein Bönsch gekommen. Diesmal also gut 50 Prozent mehr, rechnete der Rechtsanwalt. Bei den Zweitstimmen liegen die Liberalen mit 6,5 rund einen Prozentpunkt unter dem Landesergebnis. Dennoch zeigte sich Kandidat Roman von Alvensleben positiv gestimmt. Zumal zwischen den beiden Wahlen nur so wenig Zeit gewesen sei, „Argumente rüberzubringen“.

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Felix Mönkemeyer, der erst 20 Jahre alte Kandidat von Die Linke, ist enttäuscht: „Die linke Alternative fehlt, soziale Themen werden verschwinden.“ Er führt das Scheitern seiner Partei bei der Landtagswahl darauf zurück, „zu sehr versucht“ zu haben, zu schildern, „was mit Rot-Rot-Grün möglich“ wäre. „In Zukunft sollten wir wieder mehr unsere eigenen Landesthemen in den Vordergrund stellen“, so Mönkemeyer. Der junge Landtagskandidat kam auf 4,1 Prozent. 2013 kam der Kandidat der Linken im Wahlkreis auf 3,5 Prozent.

Danny Hartmann, der Direktkandidat der Piratenpartei, blieb mit 0,41 Prozent der Wählerstimmen weit hinter den anderen Kandidaten zurück. Vor vier Jahren waren die Piraten im Wahlkreis noch auf 2,2 Prozent gekommen.




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