×
Auch Grüne gewinnen in Bückeburg

SPD überholt CDU bei den Zweitstimmen

Bückeburg (kk). Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich in der Residenzstadt Karsten Becker (SPD) und Mike Schmidt (CDU). Nach den Ergebnissen der Urnenwahl hatte Becker noch knapp die Nase vorn gehabt, nachdem die Kreiswahlleitung die Briefwahlstimmen addiert hatte, wendete sich das Bild: Schmidt liegt mit 41,6 Prozent vorn, Becker kommt auf 40,1 Prozent. 2008 hatte Joachim Runkel (CDU) in Bückeburg 42,5 Prozent der Erststimmen geholt, Heiner Bartling (SPD) 40,3 Prozent.

Bei den Zweitstimmen dann das umgekehrte Bild: Die SPD kommt auf 34,3 Prozent, die CDU auf 32,6. Die SPD erzielt Stimmengewinne und etabliert sich als führende politische Kraft, während die Christdemokraten deutlich verlieren (minus 8,2 Prozentpunkte). Nach einer ersten Analyse kann davon sicherlich die FDP profitieren: Sie kommt auf 12,0 Prozent und liegt damit nicht nur über dem Landesergebnis, sondern auch über ihrem guten Ergebnis von 2008.

Eigentlicher Wahlgewinner in Bückeburg sind allerdings die Grünen: Sie schaffen 14,0 Prozent und verdoppeln damit fast ihr Ergebnis von 2008. Eindeutiger Wahlverlierer: Die Linke mit 2,5 Prozent (minus 3,3 Prozentpunkte).

Von einem ruhigen Wahltag in den 22 Bückeburger Wahllokalen berichtete Bürgermeister Reiner Brombach: „Es ist alles gut gelaufen.“ Brombach hatte am Vormittag die Runde gemacht. Alle Wahlvorstände waren nach Plan besetzt.

Während sich die Bückeburger am Vormittag eines kalten Wahltages mit dem Spaziergang ins Wahllokal noch zurückhielten, nahm die Beteiligung am Nachmittag doch etwas zu. Brombach hoffte auf eine insgesamt etwas bessere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren und wünschte sich, die 60-Prozentmarke zu knacken. 2008 hatten 57,3 der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Der Bürgermeister sollte allerdings nicht recht behalten: Am Ende wurden nur 56,1 Prozent verzeichnet.

Auch im Rathaus ging es gestern Abend ausgesprochen ruhig zu: Die Meldungen liefen zügig ein, gut 20 Minuten nach Schließung der Wahllokale lieferten erste kleine Wahlbezirke wie Müsingen oder Achum. Allerdings hatte der Wahlvorstand dort auch nicht wirklich viel zu tun: Nur 56 Achumer gaben im Gemeinschaftshaus ihre Stimmen ab, die waren schnell gezählt, zumal es keine ungültigen Stimmen oder Unklarheiten gab. Mehr Arbeit hatten da schon die Wahlhelfer in größeren Bezirken wie beim Roten Kreuz oder in Evesen, deren Ergebnisse aber auch gegen 19.15 Uhr vorlagen.

Ruhig lief es auch im Historischen Ratssaal, wo die Ergebnisse druckfrisch an Stellwänden präsentiert wurden. Bei den Kommunalwahlen ähnelt der Ratssaal dagegen einem Taubenschlag. Gestern ließen sich gerade einmal zehn Bürgerinnen und Bürger sehen, zumeist selber in der Kommunalpolitik aktiv. Sie waren trotz der draußen herrschenden Minusgrade neugierig genug, um einen Blick auf ihre Ortsteilergebnisse zu werfen. So machten sich die Ratsherren Dieter Everding und Bernd Insinger (beide SPD) an eine erste Analyse der Ergebnisse. Wichtigstes Gesprächsthema: das gute Abschneiden der FDP. Everding fand das „erschreckend“, Insinger machte die sogenannten Leihstimmen dafür verantwortlich: FDP-Direktkandidat Ralf Kirstan schnitt auch in Bückeburg deutlich schlechter ab als seine Partei. Immerhin: Zufriedenheit herrschte bei den Genossen über das gute Ergebnis ihrer Partei.

Grund zur Freude hatten die Grünen, die im Rathaus vorbeischauten: tolle Zuwächse in Bückeburg, Platz 3 noch vor der FDP.

Neugierige

Blicke auf die Ergebnisse der Wahllokale: Bernd Insinger und Dieter Everding gehörten zu den (wenigen) Interessierten, die sich gestern Abend im Historischen Ratssaal sehen ließen. Foto: kk




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt