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SPD setzt sich mit Zukunft der Landwirtschaft auseinander

BAD MÜNDER/HAMELN. Wie steht’s um die heimische Landwirtschaft? Um sich selbst ein Bild zu machen, veranstaltete die AG 60 plus der SPD in den vergangenen Monaten eine Reihe, die mit Betriebsbesichtigungen und Gesprächen einen direkten Kontakt zu den Vertretern vor Ort ermöglichte und unmittelbare Eindrücke lieferte.

Zum Abschluss der Reihe ließen sich die Teilnehmer jetzt über die Ausbildungssituation informieren. Dazu besuchten sie die Abteilung Agrarwirtschaft der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) in Hameln.

Abteilungsleiterin Dr. Janina Bobe und Lehrer Florian Großkurth vermittelten einen Überblick in die Ausbildungswege. Auch einen Eindruck von der Größe der Ausbildungsflächen gab’s für die Besucher: Maschinenhallen und Werkstätten gehören dazu, Unterrichtsräume sowie ein 4,8 Hektar großer schuleigener Acker. Hier wird Getreide „von der Aussaat bis zu Ernte“ angebaut. Nicht ohne Stolz führte Großkurth auch die im Aufbau befindliche Bienenzucht vor. „Bienen gehören zur Landwirtschaft“, erklärte der Ausbilder überzeugt und verwies auf den Plan, im nächsten Jahr auch einen Blühstreifen anzulegen. In den Werkhallen waren Schüler eifrig dabei, Traktoren und Geräte zu reparieren. Besonders auffällig für die Besucher war ein 50 Jahre alter Mähdrescher, der dank regelmäßiger und fachmännischer Pflege noch immer einsatzbereit ist.

Viele aktuelle Fragen kamen dann in einer Gesprächsrunde mit einigen Lehrkräften und Schülern zu Sprache. Die jungen Leute zeigten sich hoch motiviert im Hinblick auf ihre Berufsfindung. Sie lobten die Naturverbundenheit und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, das abwechslungsreiche Wirken und den Umgang mit Tieren, Pflanzen und Maschinen. Einige wollen später selbstständig als Landwirt arbeiten, teilweise auf dem elterlichen Hof.

Intensiv beschäftigt den Landwirtschafts-Nachwuchs die Entwicklung zu immer mehr Bürokratie im Agrarsektor. Die Dokumentationspflicht belastet Betriebe bereits jetzt. In der Diskussion mit den Besuchern ging es speziell um die Gülle- und Düngeverordnungen und die mögliche Umstellung auf Bio-Landwirtschaft. Einen entsprechenden Betrieb hatten die Teilnehmer der Reihe bereits vor einigen Wochen besucht. „Insgesamt fehlt es dem Nachwuchs an verlässlicher Planungssicherheit durch die Politik, um eine längerfristige Existenzgründung vornehmen zu können“, stellte Siegfried Schönfeld, einer der Initiatoren der Reihe, fest.

Thomas Wille, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit beim Landvolkverband Weserbergland, warb dafür, durch vielfache Kontakte, beispielsweise mit Verbrauchern, Verständnis für die aktuellen Probleme der Bauern zu wecken. Er warnte davor, den Landwirten die alleinige Schuld an den derzeitigen Veränderungen und der kritischen Situation zu geben – und ein weiteres Höfesterben im Agrarland Niedersachsen in Kauf zu nehmen. Eine mögliche Folge daraus: Noch mehr Importe aus Ländern, in denen viel geringere Standards bei der Produktion und Verarbeitung als in Deutschland herrschen.

Wie auch Schönfeld zeigte sich Christiane Schulze-Kirschner, Mitorganisatorin der Reihe, zufrieden mit diesem Abschluss der Informationsreihe. „Landwirtschaft in unserer Region – gestern-heute-morgen“ war die überschrieben, neben einem Schweinemastbetrieb und einem Bio-Hof mit Hühnerzucht sowie dem Landmuseum für Landarbeit und Landtechnik hatten die Organisatoren viel Wert darauf gelegt, auch die Ausbildung des landwirtschaftlichen Nachwuchses kennenzulernen und mit jungen Menschen zu sprechen, die ihre berufliche Zukunft in der Landwirtschaft sehen. Eine vorgesehene Diskussionsrunde mit der Niedersächsischen Landwirtschaftsministerin kam nicht zustande – Schönfeld bedauert das. „Angesichts der auf den Nägeln brennenden Probleme und Demonstrationen seitens der Landwirtschaft hätte man doch gerade dadurch eine Gelegenheit zum Meinungsaustausch und zur Aufklärung mit den Betroffenen finden können“, sagt er.




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