weather-image
30°
Aussage zur OB-Kandidatur bis Monatsende

SPD kommt als Erste aus der Deckung

Hameln. Wahlkampf-Enthusiasmus wäre wohl zu viel verlangt. Am Morgen nach der Landrats-Stichwahl, unmittelbar nach dem Finale des Doppelwahlkampfes, fällt es auch den Vertretern von SPD und CDU nicht eben leicht, den Blick gleich auf die nächste große Entscheidung zu richten. Doch es lässt sich nicht leugnen: Schon im kommenden Jahr steht die Hamelner Oberbürgermeister-Wahl an. Und das aller Voraussicht nach bereits im Frühling.

270_008_6653514_hm112_0810.jpg
Frank Henke

Autor

Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite

Denn am Termin der Wahl zweifelt inzwischen wohl niemand mehr: Es dürfte auf den 25. Mai hinauslaufen, den Tag der Europawahl. Ein entsprechender Antrag würde nun noch in einer Sitzung der Mehrheitsgruppe beraten, sagt CDU-Fraktionschef Claudio Griese. Am 13. November könnte der Rat den Termin dann festzurren. Auch die SPD würde ihren Segen geben. Der Europawahltag sei der „natürliche Termin“, findet der Vorsitzende der Hamelner Sozialdemokraten, Herbert Meistering.

Spannender jedoch bleibt die Frage, wen die großen Parteien ins Rennen schicken werden. Und hier richten sich die Blicke zuerst auf die SPD und Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann. Über eine erneute Kandidatur der parteilosen Verwaltungschefin für die Sozialdemokraten wird seit Monaten spekuliert. Vor den Wahlen im September aber wollte man sich dazu nicht äußern.

In die Karten schauen lässt sich Lippmann auch am Tag nach der Wahl noch nicht. „Zur gegebenen Zeit“, werde sie sich zu einer Kandidatur äußern, sagt sie. Der Hamelner SPD-Chef Meistering wird etwas konkreter: „Bis Ende des Monats“ gehe man mit einem Kandidatennamen an die Öffentlichkeit, kündigt er an. Nun wollen die Genossen erst einmal Gespräche mit der Amtsinhaberin führen. Doch gäbe es überhaupt einen alternativen SPD-Kandidaten? „Den müssten wir dann haben“, sagt Meistering mit einem Lachen – dann, wenn die OB keine zweite Amtszeit anpeilen sollte.

Von der Terminansage aus dem SPD-Lager gibt sich die CDU bei der eigenen Kandidatenkür unbeeindruckt: „Wir lassen uns nicht hetzen“, sagt der Hamelner Vorsitzende Michael Vietz, „es dauert so lange, wie es dauert.“ Ein Kandidat solle wohl „noch in diesem Jahr“ gefunden werden, sagt der frischgebackene Bundestagsabgeordnete – „bei allen Unwägbarkeiten“.

Auf wen es hinauslaufen könnte, ist noch Spekulation: „Es gibt noch keine offizielle Liste“, sagt Vietz. Über die inoffizielle Suche in der CDU ist damit indes wenig gesagt. Ganz offiziell wurde eine Findungskommission aus Fraktions- und Parteivorsitzenden und ihren Stellvertretern gebildet. Mit Claudio Griese, Fraktionschef im Rat, sitzt so mindestens ein potenzieller CDU-Bürgermeisterkandidat selbst mit am Tisch.

Leicht dürften sich die Kandidatenkür beide Seiten nicht machen, schließlich werten Verlierer wie Gewinner die Landratswahl als „reine Personenwahl“ (Vietz) beziehungsweise als „Frage des persönlichen Auftritts der Kandidaten“ (Meistering). Bei der Hamelner OB-Wahl dürfte dies nicht weniger gelten. Auch wenn etwa Griese einen Schünemann-Effekt sieht: „Die Polarisierung war schon extrem. Und das war auch voraussehbar.“

Die CDU verweist am Tag nach der Pleite lieber auf die Erfolge bei der Landtagswahl im Januar oder auf die Bundestagswahl: Nach Zweitstimmen hatten die Christdemokraten in Hameln die Nase vorn. Die SPD indes freut sich über die Wahl von Tjark Bartels zum Landrat und das erneute – wenn auch überraschend knapp verteidigte – Bundestags-Direktmandat für Gabriele Lösekrug-Möller. Prophezeien lässt sich nach den jüngsten Wahlen wohl nur eins: Ein Selbstläufer dürfte die Wahl des Oberbürgermeisters für niemanden werden.

Wer kämpft für die großen Parteien um den Posten des Oberbürgermeisters?Dana

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare