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SPD Bad Münder begrüßt Schraps und wechselt die Spitze

BAD MÜNDER. Es war ein Abend voller Euphorie bei den Sozialdemokraten in Bad Münder: Kanzlerkandidat Schulz war in aller Munde, Lösekrug-Möller ehrte Rolf Wittich für sein Arbeit im Stadtrat und Johannes Schraps stellte sich seinen Parteigenossen als Kandidat für den Bundestag vor.

Gabriele Lösekrug Möller (von links) bei der Sitzung des SPD-Stadtverbandes mit Ex-Vorsitzendem Uwe Nötzel, Rolf Wittich mit Ehefrau Elwira und Uwe-Peter Keil, dem neu gewählten Vorsitzenden des Stadtverbands. Fotos: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Die versammelte Polit-Prominenz der Region – auch Landtagsabgeordneter Ulrich Watermann war unter den Gästen – hatte vermutlich auch dazu geführt, dass der Saal im Restaurant Taverna gut gefüllt war: 47 Parteigenossen waren zur Versammlung des SPD-Stadtverbandes gekommen. Zu den roten Mitgliedern im Stadtrat, der Stadt- und Ortsbürgermeister gesellten sich viele bekannte SPD-Mitglieder, junge Sozialdemokraten und auch einige neue Köpfe. „Wir hatten alleine vier Neuaufnahmen in dieser Woche“, berichtet ein strahlender Vorsitzender Uwe Nötzel, „und die sind auch alle hier.“ Besonders erfreut zeigte sich Nötzel darüber, dass Carsten Achilles nach einem Streit vor einigen Jahren nun zur Partei zurückkehrte und auch Sohn Julian mitbrachte. Auch Dagmar Grabke und Olaf Voigt bekamen am Freitagabend ihr Parteibuch. Nachwuchs gab es auch für die Jusos, wie Vorsitzender Marian Hartmann verkünden konnte. „Der Trend zeigt eindeutig nach oben, wir konnten das Abbröckeln der Mitglieder stoppen“, so Nötzel im Gespräch mit dieser Zeitung, der sich besonders über den jungen aktiven Nachwuchs in seiner Partei freute.

Die Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller erhob den Mitgliederzuwachs bei ihrem Grußwort zu einem bundesweiten Trend: „Wir können uns vor Eintritten kaum retten.“ Sie war auch zu Gast, um Ex-Ratsherr Rolf Wittich zu ehren (Artikel rechts).

Die Bundestagsabgeordnete hatte außerdem ihren Nachfolger Johannes Schraps im Schlepptau, denn die 65-Jährige kandidiert nach 16 Jahren in Berlin nicht wieder für den Bundestagswahlkreis 46 (wir berichteten).

Schraps, 34 Jahre alt, stellte nach den Ehrungen zunächst fest: „Es ist auch schön, in dieser Partei jung zu sein.“ Gleichzeitig rief der Mann aus Bodenwerder das Ziel aus „Ich will den Wahlkreis wieder direkt gewinnen“, Das sei bei einem Wechsel an der Spitze natürlich schwer, so Schraps weiter, aber er freue sich auf den Wahlkampf.

Quasi als Starthilfe in der Region gab’s von Nötzel für Schraps das Bad-Münder-Buch der NDZ als Lektüre, während er seine Genossin Lösekrug-Möller lobte: „Wir hätten nicht besser vertreten sein können.“ Uwe-Peter Keil ergänzte knapp zum Abschied von „Lömö“: „Wir werden dich vermissen.“

Das war auch gleichzeitig eine der letzten Amtshandlungen von Nötzel als Vorsitzender der SPD in Bad Münder – der Sozialdemokrat gab bei der Versammlung seinen Posten an der Spitze des Stadtverbands auf. Als Grund nannte er die Überlastung durch seinen Beruf und weitere Ämter innerhalb der SPD: Nötzel ist Fraktionsvorsitzender und Sprecher der Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und Piraten im Rat. „Das kriege ich einfach nicht alles unter einen Hut.“ Als Nachfolger schlug er Uwe-Peter Keil vor, nicht ohne einen Seitenhieb: „Der ist zwar auch belastet, aber: er ist Rentner.“ Das kommentierte Keil mit einem lauten „Mist!“ – widersprach Nötzel aber nicht. Keil wurde von allen 47 Anwesenden als Vorsitzender bestimmt, als Stellvertreter wurden Uwe Nötzel, Theresa Bosse, Ekaterina Heindorf und Kerstin Achilles gewählt, Axel Drömer bleibt Kassierer, Wilfried Hartmann wird Schriftführer – er beerbt Daniel Köhler, der sich neuen Aufgaben im Ortsverein widmen möchte.

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