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Hamelner Gastronomen setzten auch im mystischen Jahr weiter auf ihre bewährten Speisekarten

Spannende Küchengeschichten? Fehlanzeige!

Hameln (ag). Pfeiferteller und Rattenschmaus, Rattenblut und Hamelner Halbdunkel – was man nicht nur im mystischen Rattenfänger-Jubiläumsjahr eigentlich auf fast jeder Speisekarte Hamelner Gastronomen erwarten könnte, findet man trotz dieser besonderen Touristensaison nur in der Gaststätte „Rattenfängerhaus“: Gerichte, die einen Bezug zum Rattenfänger, der Sage oder dem Fluss haben, an der die Stadt liegt und die ein wenig Mystik auch auf die Teller der Tagesbesucher Hamelns bringen könnten.

Küchengeschichten

Sondergerichte im Rattenfängerhaus

Dabei gab es laut Nicole Titz von der Hamelner Marketing und Tourismus GmbH (HMT) durchaus Bemühungen, die Restaurantbesitzer zu Sonderaktionen für das Ausnahmejahr zu bewegen. „Wir haben versucht, mit den Gastronomen zusammen ein Essen zu kreieren, das überregional beworben werden kann – als kulinarischer Teil eines Gruppenangebotes zum Beispiel. Aber leider ist das gescheitert.“ Und so gibt es keinen einheitlichen „Rattenfängerschmaus mit Hollerblütenschmand“, was ein Vorschlag des Köchevereins gewesen wäre.

Auch das Bier „Hamelner Halbdunkel“ sucht man an den heimischen Theken vergebens, außer eben im „Rattenfängerhaus“. Und da läuft es gut, wie Karl-Heinz Fricke erzählt. „Es wird gern getrunken, nicht nur von auswärtigen Gästen. Auch die Hamelner mögen den Gerstensaft der Röhr-Brauerei aus den extra dafür entworfenen Krügen gern.“ Ein Renner sind auch die Gerichte von seiner Sonderkarte zum Rattenfängerjahr. „Sie machen schon jetzt 20 Prozent vom Tagesgeschäft der Küche aus, und das wird im Laufe der Saison sicher noch mehr“, weiß Ehefrau Christina. „Pro Tisch geht fast immer ein Gericht von der Karte der 725-Jahre-Jubiläumsteller.“ Da gibt es zum Beispiel einen „Pfeiferteller“ oder die „Haus-Grillmäuse“. Serviert auf eigens angefertigten farbigen Glastellern, stehen die Gerichte immer in einem Bezug zur Stadt am Fluss oder der Sage. Wie beim Lachsfilet auf dem Pfeiferteller. „Lachs war mal ein Grundnahrungsmittel in Hameln. Es gab ihn früher so häufig in der Weser, dass er tägliches Essen für Knechte und Mägde darstellte“, sagt Karl-Heinz Fricke.

Abgerundet wird das Ambiente in der historischen Gaststätte, die ihren Umsatz zu 50 Prozent mit Gruppen macht, mit eigens bedruckten Jubiläumsservierten, die sich von den Terrakotta-Tischdecken abheben.

Wer im „Hotel Stadt Hameln“ oder in der „Börse“ ein mystisches Zimmer bucht, hat die Möglichkeit, ebenso wie Gruppen oder nach Voranmeldung auch Einzelgäste, dort ein „Mystisches Menü“ oder eine „Mittelalterliche Speise“ auf dafür gestalteten Rattenfängertellern zu bekommen.

„Hinter den klangvollen Märchennamen wie Dornröschen-, Rattenfänger- oder Frau-Holle-Menü verbergen sich jeweils viergängige Speisenfolgen, von denen wir hoffen, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist“, so Chefin Gabriele Güse.

Als Vorsitzende des heimischen Wirte-Verbandes Dehoga bedauert sie: „Es ist schade, dass sich nicht mehr Kollegen für die kulinarische Seite des Rattenfängerjahres begeistern konnten und in den Arbeitskreisen mitgearbeitet haben.“ Das Hamelner Halbdunkel, in solch einem Arbeitskreis als Idee geboren, wird aber auch in ihren Häusern wie „Börse“, „täglich“, „Museumscafé“ und dem „Hotel Stadt Hameln“ nicht ausgeschenkt. Was wie bei vielen anderen Wirten an bestehenden Brauereiverträgen scheitert. Und fürs normale Tagesgeschäft mit Individualgästen setzt man auch hier weiterhin auf die bewährte Speisekarte.

Marion Peter lässt sich im „Rattenfängerhaus“ den „Pfeiferteller“ munden. Serviert wird Lachsfilet, einst ein Grundnahrungsmittel in Hameln, auf einem eigens angefertigten farbigen Glasteller. Mystische Menüs haben im Jubiläumsjahr sonst eher Seltenheitswert.

Foto: Dana



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