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Golanhöhen-Kinder-Theater unterhält mit der „Smiley-Bande“

Sozialkritik lustig verpackt

Wölpinghausen. Es ist geklaut worden – vor aller Augen und noch bevor sich der Vorhang in der „Kleinen Freiheit“ hob. Am Bühnenrand verschwand Schmuck in der Tasche einer „alten Dame“: Die „Smiley-Bande“ hatte zugeschlagen. Darsteller des Golanhöhen-Kinder-Theaters haben am Wochenende das gleichnamige Stück von Werner Schulte auf die Bühne gebracht.

Autor:

von vera skamira

Lustig ist das Stück mit seiner sozialkritischen Thematik eigentlich nicht; Lacher produzieren reichlich Situationskomik und Geschehnisse, die dem Zuschauer den Spiegel vorhalten: So sind wir.

Oma Wilhelmine (Shanna Ball) fühlt sich unnütz in der Familie und unverstanden von Schwiegertochter Eva Wiesengrün, mit viel Power, starker Stimme und Spieltalent dargestellt von Alina Schön (14). Die Oma hat sich allerdings ein Betätigungsfeld gesucht: Mit drei Freundinnen geht sie regelmäßig auf Diebestour in Kaufhäusern – nicht um sich zu bereichern, sondern um Polizei und Medien auf sich aufmerksam zu machen.

Und nicht nur die Omas klauen. Weil die Eltern keine Zeit für die Kinder haben, schwänzen diese die Schule und machen Unsinn. Und dann wird auch noch die Mutter und Hausfrau zur Kleptomanin.

Das Bühnenstück, das mit lustigen Situationen und Dialogen die Wichtigkeit von Zuwendung und Aufmerksamkeit aufzeigt, ist eine weitere Produktion des Golanhöhen-Kindertheaters, angesiedelt im Verein KuS (Projekt für Kultur und Soziales Steinhuder Meer). Die Leitung hatte wiederum Brigitte Hassink, die sich ganz herzlich bei Michelle Vogt für deren Mithilfe in der Organisation bedankte. Beim Spiel sind 22 Kinder und Jugendliche von 8 bis 15 Jahren dabei und auch einige Erwachsene.

„Macht richtig Spaß!“ bekennt Lucas Vogt (10) in der Pause und lässt sich ein Stück Torte schmecken. Die Mütter der Darsteller haben gebacken, unter anderem eine Torte mit knallgelber Glasur und Smiley-Dekor. Der Theaternachmittag gestaltet sich locker, Darsteller und Publikum mischen sich munter in der Pause, deren Ende ein Gong ankündigt. Noch schnell ein Glas Sekt mit auf den Platz retten, dann geht es auf der Bühne weiter. 50 Leute gucken zu und sparen nicht mit Applaus für die engagierte Schauspieltruppe.




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