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Dankvesper zur Verabschiedung von Norbert Mauerhof /Ökumene soll fortbestehen

"Sorgt weiter für ein lebendiges Gemeindeleben"

Obernkirchen (sig). Die Glocken der Kirche St. Josef läuteten; das Gotteshaus füllte sich in Minutenschnelle. Als am Sonntag um 16 Uhr die Ministranten zusammen mit den Geistlichen ihren Einzug hielten, zogen sich die langen Strahlen der Abendsonne immer mehr zurück. Irgendwie schien das ein Symbol dafür zu sein, dass hier etwas Besonderes geschah. St. Josef verlor seine Funktion als Pfarrkirche und zugleich den wohl letzten in der Bergstadt ansässigen katholischen Seelsor ger.

Das war kein einfacher Tag für die bisherige Kirchengemeinde St. Josef, die es so künftig nicht mehr gibt. Gerade stand sie noch mit den Jubiläumsfeierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen ihres Gotteshauses im Mittelpunkt öffentlichen Interesses. Das wirkte wie Höhepunkt und Abschluss zugleich. Jetzt gibt es die Kirchengemeinde St. Marien, deren Geistlicher seinen Sitz nicht in Obernkirchen, sondern in Bückeburg hat. Auch er bleibt nur noch ein Jahr und soll dann einen Nachfolger bekommen. Zartrosafarbene Rosen und Sonnenblumen schmückten den Altarraum. Viele Kerzen brannten. Pfarrer Norbert Mauerhof erlebte noch einmal "sein" Gotteshaus im Festtagsgewand, das es zu seinem Abschied angelegt hatte. Zum letzten Male stand er vor seinen Gläubigen, die er ein Jahrzehnt seelsorgerisch betreut hat. Und diese letzten Augenblicke fielen ihm nicht leicht. Fast am Ende musste er eine Pause einlegen, bis er seine Stimme wieder in der Gewalt hatte. In den letzten Wochen habe er häufig die Frage gehört: "Wer ist schuld daran, dass unser Pfarrer uns verlässt?" Gott handele nicht willkürlich und könne nicht für alles verantwortlich gemacht werden, erklärte Norbert Mauerhof. Wer sich in den kirchlichen Dienst begebe, der müsse mit der Möglichkeit einer Versetzung leben. Er fügte hinzu: "Unsere Antwort kann nur sein: Jetzt erst recht! Sorgt dafür, dass Euer Gemeindeleben lebendig bleibt! Ich wünsche St. Josef alles Gute!" Bürgermeister Oliver Schäfer formulierte die Stimmungslage der Gemeinde so: "Das ist schon ein schmerzhafter und trauriger Augenblick, wenn der Hirte von dannen geht. Aber es ist wichtig, dass der gelebte Glaube fortbesteht und auch die Ökumene weiterhin ihre Chance bekommt." An Pfarrer Mauerhof gewandt, stellte er fest: "Wir haben gesehen, mit welchen Hoffnungen Sie in Seelze erwartet werden. Vielen Dank für ihr seelsorgerisches Wirken in Obernkirchen!" Der evangelische Pastor Herbert Schwiegk bekannte freimütig, dass ihm bei diesem Abschied etwas mulmig zumute sei. Er bedankte sich für das beispielhafte ökumenische Zusammenwirken. Als Geschenk der evangelischen Kirchengemeinde überreichte er ein Foto des Kirchturms von St. Josef, eingebettet in die beiden Turmhauben der Stiftskirche. Dechant Matthias Ziemens, der die seelsorgerische Betreuung der zusammengefassten katholischen Kirchengemeinden von Bückeburg, Obernkirchen und dem Auetal übernommen hat, bestätigte dem scheidenden Amtsbruder: "Du hast auf Dekanatsebene und hier in Deiner Gemeinde gute Arbeit geleistet und für viel Atmosphäre gesorgt." Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Dr. Bernward Bock, lobte Mauerhof dafür, dass er immer ein offenes Wort bevorzugt und dazu ein gehöriges Maß an Unaufgeregtheit besessen habe. Für das Zusammenwachsen der neuen Gemeinde versprach er, sich intensiv einzusetzen. Dem Dechanten Matthias Ziemens wünschte er viel Glück für seine umfangreicher gewordenen Aufgaben. In einem mit lang anhaltendem Beifall aufgenommenen Schlusswort dankte Norbert Mauerhof allen Mitarbeitern für ihren Einsatz und fügte hinzu: "Diese Gemeinde hat mich getragen, auch in schwierigen Zeiten." Bei einem anschließenden Empfang im Pfarrheim musste er zum Abschied noch viele Hände schütteln. Nicht vergessen werden sollte noch, dass Kantor Franz Hunstiger sowie Jutta Jänsch und Beate Josten die Dankvesper eindrucksvoll musikalisch ausgestaltet haben.




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