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Sorge um die großen Beitragszahler

Bad Münder. Mit einer neuen Führungsspitze will die Wirtschaftsvereinigung spätestens Anfang nächsten Jahres ihr Siechtum überwinden. Vorrangige Aufgabe des künftigen Vorstands wird es sein, ein Auseinanderbrechen der Gemeinschaft zu verhindern.

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Dabei ist Eile geboten, denn an den Rändern bröckelt es bereits. Teile der WV haben sich verselbstständigt. So gehen einflussreiche Mitglieder des Arbeitskreises Einzelhandel mit dem von ihnen gegründeten Bündnis „Einkaufen in Bad Münder“ längst eigene Wege. Die gemeinsame Werbe- und Aktionsplattform ist offenbar so erfolgreich, dass ein vollständiges Zurück in den Schoß des Vereins kaum vorstellbar scheint. „Selbst wenn es dort neue Strukturen geben sollte, würden wir an unserem Zusammenschluss festhalten“, sagt eines der acht Mitglieder.

Viel Überzeugungsarbeit wird der neue Vorstand aber auch bei einer anderen Gruppe leisten müssen: den Mitgliedern des Arbeitskreises Industrie und Logistik. Er besteht ebenfalls nur noch auf dem Papier. Nach dem krankheitsbedingten Ausstieg von Sprecherin Friederike Wenthe hatte es der alte WV-Vorstand vor gut zwei Jahren versäumt, einen Nachfolger für die Moderation zu finden beziehungsweise diese Aufgabe selbst zu übernehmen.

Er wisse aus mehreren Gesprächen, dass unter den Industrievertretern „eine gewisse Unzufriedenheit herrscht“, sagt Hermann Wessling. Der ehemalige Personalchef der Glashütte ist Mitbegründer der Wirtschaftsvereinigung, hat über zehn Jahre selbst den Arbeitskreis geleitet und bis heute gute Kontakte in die jeweiligen Unternehmen. Viel hängt nach seiner Einschätzung vom Agieren des neuen Vorstands ab. Geht dieser zügig auf die vernachlässigten Mitglieder aus der Industrie zu, würden diese vermutlich an Bord bleiben. Falls es eine solche Initiative nicht gebe, müsse mit einer Abkehr gerechnet werden, glaubt Wessling. Denn nur, wenn die Wirtschaftsvereinigung sich erkennbar auch für ihre Interessen einsetze, mache die Mitgliedschaft für die Großunternehmen Sinn. In Zeiten, in denen auch in größeren Betrieben der Kostendruck zunehme, frage jeder Controller kritisch, was eine solche Investition der Firma bringt, weiß Wessling.

Umgekehrt profitiert die Wirtschaftsvereinigung von ihren Mitgliedern aus der Industrie überdurchschnittlich. Denn sie steuern einen ganz erheblichen Teil des Beitragsaufkommens bei. Fällt diese Einnahme weg, würde der finanzielle Spielraum der WV zweifellos deutlich eingeschränkt.

Hinzu kommt: Die Zahl der Mitglieder dieses Arbeitskreises ist zwar überschaubar, Renommee und Einfluss sind dafür aber umso größer. Mit am Tisch saßen in den vergangenen Jahren nicht nur Manager von Ardagh Glass und der beiden großen Möbelhersteller, sondern als Gäste auch schon mal der Landrat und die Chefin der Arbeitsagentur.

„Viel hängt jetzt vom Neuanfang ab“, steht für Beobachter Wessling fest. „Nur wenn die Kräfte überzeugend gebündelt werden, hat die Wirtschaftsvereinigung eine Chance.“jhr



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