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Solarzellen: Klimaschutzagentur Weserbergland plant Kampagne

BAD MÜNDER. Ein Vorhaben, das auch in Bad Münder aufmerksam beobachtet wird: Mit einer „Solarkampagne Weserbergland“ will die Klimaschutzagentur Weserbergland im Rahmen des „Masterplans 100 Prozent Klimaschutz“ eine intensivere Nutzung freier Dachflächen initiieren.

Dachflächen wie diese am Ortseingang von Flegessen sollen bis zum Jahr 2050 zu 95 Prozent für die Solarstromerzeugung genutzt werden. Das zumindest stellt sich die Klimaschutzagentur Weserbergland vor. Foto: Rathmann
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Wolfhard F. Truchseß Reporter

In Bad Münder war jüngst im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Dachfläche des Feuerwehr-Neubaus im Gewerbepark Rahlmühle über Flächen für Photovoltaikanlagen diskutiert worden. Auf Anregung der Politik befassten sich Stadtverwaltung und Architekten mit den Möglichkeiten, schließlich wurde einer Variante der Vorzug gegeben, über die am Donnerstag auch der Rat zu befinden hat: Der Feuerwehr-Neubau soll mit veränderter Dachhaut geplant werden, die den Aufbau einer Photovoltaikanlage zulässt. Kämmerer Marcus Westphal rechnet allerdings nicht damit, dass die Stadt mit dem Bau des Feuerwehrhauses auch gleich selbst eine Anlage aufs Dach bringt – im Gespräch ist eine 80 000-Euro-Investition, die sich nach Auffassung der Verwaltung für die Stadt derzeit nicht rechne. Stimmt der Rat dem Verwaltungsvorschlag zu, würde in einem nächsten Schritt ein Interessenbekundungsverfahren angeschoben – die Stadt würde nach Interessenten suchen, die die große Dachfläche nutzen wollen. Grundsätzlich sei die Dachfläche des Feuerwehrhauses besser geeignet als die des letzten großen städtischen Neubaus, der Turnhalle am Laurentiusweg. Dort machten die großen Oberlichter eine Nutzung weniger attraktiv.

Die Planung dürfte auch bei der Klimaschutzagentur Weserbergland gut ankommen. Während der jüngsten Leader-Sitzung der LAG Westliches Weserbergland gab Geschäftsführer Tobias Timm das Vorhaben einer intensiveren Dachflächennutzung bekannt. Das Projekt wurde aber noch nicht bewilligt.

Nach den Vorstellungen Timms sollen allein in der Region bis zum Jahr 2050 auf 95 Prozent aller nutzbaren Dachflächen Photovoltaik-Module installiert sein, um 65 Prozent des Energiebedarfs aus der Sonnenenergie zu generieren, ohne weitere Freiflächen in Anspruch zu nehmen. Ein weiteres Drittel des Strombedarfs werde bis 2050 durch Windenergie erzeugt.

Schon jetzt werde im Landkreis Hameln-Pyrmont 58 Prozent des genutzten Stromes aus erneuerbaren Energiequellen bezogen, berichtete Timm. Die Kampagne soll nach Darstellung des Geschäftsführers vor allem dazu beitragen, Investitionen und Innovationen im Solarbereich auszulösen und ein messbares Wachstum der Solarenergie im Weserbergland zu erzeugen.

Zielgruppen seien vor allem die Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die Eigentümer von Mehrfamilienhausanlagen, Wohnungsunternehmen, gewerbliche Nutzer und Kommunalverwaltungen. Für denkbar hält Timm auch sogenannte Mieterstrommodelle. Um die potenziellen Dachflächen zu erfassen und zu kartieren, ist im Rahmen der Kampagne geplant, die Dachflächen zu scannen und ihre Eigentümer konkret durch geschulte Berater ansprechen zu lassen.

Wer heute Solarstrom erzeugt und ihn selbst nutzt, kann aufgrund der weit unter den Preisen der klassischen Erzeuger liegenden Photovoltaik-Kosten erheblich Geld einsparen und so die Investitionskosten refinanzieren. Die Kosten für Photovoltaik-Module sind in den vergangenen 20 Jahren nach Darstellung des Solarforschungsinstituts ISFH in Ohr stark zurückgegangen, weil vor allem China die Produktion dieser Module massiv verstärkt und damit die Preise auf dem Weltmarkt erheblich gedrückt hat. Eine Test-Kampagne im Landkreis Schaumburg habe mit 120 Beratungen bei 32 Prozent der angesprochenen Eigentümer Investitionen in Höhe von 608 000 Euro ausgelöst, berichtete Timm. Im Durchschnitt seien es pro Anlage 15 900 Euro gewesen. Mit Kosten von einem Euro seien Investitionen in Höhe von 30 Euro angestoßen und damit auch das heimische Handwerk gestärkt worden.wft/jhr



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