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Nenndorf wagt erste Schritte: Nordkreis bei Bürgersolaranlagen noch "dicker weißer Fleck"

"Solarpark": Sonnige Zeiten für Investoren

Landkreis/Nenndorf (tes). Fossile Brennstoffe gehen zur Neige, Sonnenenergie steht unbegrenzt zur Verfügung. Angesichts dieser Voraussetzungen sind vielerorts auf öffentlichen Dächern Bürgersolaranlagen entstanden. Eine Option, die aktuell in Nenndorf diskutiert wird. Wann das Pilotprojekt "Solarpark Schaumburg" in der Samtgemeinde startet, ist noch ungewiss. Der Umweltausschuss vertagte die Entscheidung.

"Die Samtgemeinde will sich auf den Solarweg ma- chen." Mit diesen Worten hat Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese empfohlen, öffentliche Dächer für Bürgersolaranlagen freizugeben. Die Verwaltung sei einem Vorschlag des auf Photovoltaik spezialisierten Ingenieurs Horst Roch gefolgt und hat in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsförderer der Stadt infrage kommende Gebäude ermittelt.Dies sind die Berlinschule, die Sporthalle und der Kindergarten in Haste, die Sporthalle Waltringhausen und die Friedhofskapelle Hohnhorst. Mit im Boot ist die DLRG, die bereit ist, die Dächer des Hotels Delphin und eines Lagergebäudes zur Verfügung zu stellen. Der Nordkreis sei im Bereich Bürgersolaranlagen bislang ein "dicker weißer Fleck", erklärte Roch, warum er in Nenndorf "den Keim setzen" will für das Interesse der Bürger, sich in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammenzutun und eine Bürgergemeinschaftsanlage zu betreiben. Da den Anteilsinhabern durch das "Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)" Ertragssicherheit für 20 Jahre garantiert sei, bezeichnete Roch diese Investition als für die Altersvorsorge geeignet - bei geringem Kapitaleinsatz ab 5000 Euro. Nach dessen Angaben produzieren die Anlagen auf drei bis vier Dächern bis zu 90 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das entspreche dem Strombedarf von etwa 20 Vier-Personen-Haushalten und vermeideüber 50 000 Kilogramm CO 2 . Die Vergütung ist durch den örtlichen Netzbetreiber gesichert. Die Solaranlagen in Rinteln und Auetal sind bereits am Netz. Rodenberg folge in den nächsten Monaten, sagte Roch. Alle drei Kommunen verzichten darauf, eine Dachpacht zu erheben. Für Nenndorf machte Reese die Marschrichtung klar: "Keine weiteren Zusatzkosten für Stadt und Gemeinde." Vielmehr soll die Betreibergesellschaft einen jährlichen Anerkennungsbeitrag von 100 bis 200 Euro an den kommunalen "Dachgeber" zahlen. Dieses Geld soll in Aktionen und Projekte zur Stärkung der Familienfreundlichkeit fließen. Zudem profitiere die Samtgemeinde von erhöhter Lebensdauer der Dächer und positiven Impulsen für die Wirtschaft. Dennoch bestanden im Ausschuss Zweifel an der Rentabilität. Insbesondere, wenn die garantierte Vergütung von aktuell 46,75 Cent pro Kilowattstunde zurückgefahren wird. Ohnehin drängt die Zeit: Bis zum Jahresende müsse der Startschuss fallen, sonst drohten finanzielle Einbußen, bat Reese, zügig eine Grundsatzentscheidung zu treffen. Erst wenn das Konzept abgesegnet sei, mache es Sinn, in die statische Überprüfung dieser Dächer zu investieren, verwies Roch auf den engen Zeitplan. "Nach dem Sommer ist dies fast nicht mehr leistbar", betonte er, die Anlage müsse dieses Jahr noch produzieren. Der Ausschuss vermisste fundierte Informationen in der Vorlage und vertagte die Abstimmung auf Juni. Zuvor soll in den Fraktionen beraten werden. Suthfelds Bürgermeister Horst Schlüter regte an, mit einer Willenserklärung Bereitschaft für das Projekt zu signalisieren. "Uns täte das gut."




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