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So wird ein Schuh draus

Bis Schuhe endlich gemütlich an unseren Füßen sitzen, müssen viele kleine Arbeitsschritte getan werden. Heute schauen wir dem Schuhmacher Frederik Weiß einmal über die Schulter: Zuerst wird ein Fußabdruck genommen, der zu einem richtigen Fuß ausgeformt wird. Diese Nachbildung des Fußes heißt Holzleisten (Bild 5). Um ihn herum wird jetzt der Schuh aufgebaut. Die Hinterkappe (3) wird erst nass gemacht und dann um den Leisten gelegt, damit sie an der richtigen Stelle hart wird. Die Stabilität am Hacken kommt nämlich vor allen Dingen von dieser Hinterkappe. Die Vorderkappe (7) hingegen wird leicht erhitzt über den Leisten gelegt. Die Überstämme (4 und 6) verbinden dann die beiden Kappen. Die Brandsohle (2) ist das, was man später sieht, wenn man in den Schuh hineinschaut. Über die Kappen wird ein Schaft (1) gezogen, das ist das Außenmaterial des Schuhs. Also das, was alle Leute sehen können. Da muss man aufpassen, dass es bei beiden Schuhen genau gleich sitzt und nicht verrutscht. Ist alles dann zurechtgezogen, fängt der Schumacher mit dem „Zwicken“ an. Das ist der Fachbegriff dafür, dass alles miteinander verklebt wird. Schließlich soll der Schuh am Ende ja nicht wieder auseinanderfallen. Nach dem Zwicken setzt man eine kleine Stahlfeder unter die Brandsohle. Sie unterstützt die Beweglichkeit des Schuhs. Nun wird der sogenannte Rahmen um den Schuh gelegt. Der mit Kleber eingepinselte Aufbau wird in einem kleinen Ofen kurz warmgemacht. Dadurch kleben Aufbau und Brandsohle viel besser zusammen und das Material ist viel beweglicher. In einer Presse werden die beiden dann noch einmal fest zusammengedrückt, damit der Kleber auch gut hält. Danach wird der Aufbau „auf Stand geschliffen“. Das bedeutet, dass er die richtige Absatzhöhe bekommt. Für diese Arbeit braucht man viel Erfahrung, weil beide Schuhe die gleiche Höhe haben müssen. Sobald der Aufbau in Form geschliffen ist, wird die Laufsohle angeklebt. Dann kommt der große Moment; Schuhmacher Weiß nimmt den Leisten aus dem Schuh – und endlich ist der Schuh fertig. ohm

Aus vielen Einzelteilen entsteht in den Händen von Orthopädieschuhmacher Frederik Weiß vom Orthopädiehaus Siegmann ein echter Schuh. Fotos: ohm

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