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Bernhard Kleinhans schuf die beliebte Plastik „Die Neugierige“ vor dem Hamelner Museum

"So niedlich und charmant": Bernhard Kleinhans' "Die Neugierige"

Von Richard Peter
Hameln. Sie ist frech, kichert sich eins ins Fäustchen – nur eines ist sie eigentlich nicht: neugierig. So heißt sie nur, „Die Neugierige“, die seit 1984 vor dem Hamelner Museum steht und zum Liebling der Touristen wurde. Kaum eine Japanerin, die sich nicht mit ihr zusammen fotografieren ließe.

Hameln. Sie ist frech, kichert sich eins ins Fäustchen – nur eines ist sie eigentlich nicht: neugierig. So heißt sie nur, „Die Neugierige“, die seit 1984 vor dem Hamelner Museum steht und zum Liebling der Touristen wurde. Kaum eine Japanerin, die sich nicht mit ihr zusammen fotografieren ließe. Der „Vater“ der liebenswerten jungen Dame nennt sich Bernhard Kleinhans und ist ein erfolgreicher Bildhauer aus dem Münsterland und in Hameln mehrmals mit seinen Arbeiten vertreten. Seine „Lesende“ sitzt mit Buch sinnigerweise im Eingangsbereich der Stadtbibliothek vor der Pfortmühle – und dann gibt es noch „Der Pauker“, der Lehrer Lämpel nachempfunden ist, an der Wilhelm-Raabe-Realschule – den aber vermutlich nur Lehrer und Schüler kennen.

Richtig populär ist „Die Neugierige“ – von der es, wenn auch nicht bei uns – noch eine Schwester gibt, Und die ist in der Hüfte stark abgeknickt, und damit schon eher eine Neugierige, die gespannt auf einen imaginären Punkt starrt. Unsere ist eher ein bisschen albern, als ob sie sich über die Touristen lustig machen würde, sie auch komisch findet mit ihren Fotoapparaten. Immerhin wünschte sich schon vor Jahren Museumschefin Dr. Gesa Snell, dass das kesse Mädchen die Touristenströme aufhält in der Hoffnung, dass der eine oder andere, wenn er schon mal stehen geblieben ist, dem Museum einen Besuch abstatten könnte. Was zurzeit – wegen des Umbaus – aber gar nicht möglich wäre. So steht das Mädchen vorübergehend auf verlorenem Posten.

Was den Schöpfer der sonst so beliebten Plastik, die vom Museumsverein erworben und gestiftet wurde, auszeichnet, ist seine Bandbreite als Bildhauer. Typisch für ihn sind Figurengruppen in gewagten Choreografien, aber auch sakrale Kunst, darunter ein beeindruckend Christuskopf, eine Madonna mit Kind und die Gestaltung einer Kirchentüre oder die tieftraurige Maske einer Pieta. Daneben aber immer wieder solistische Figuren, Paare, Akte, humorvolle oder typische Szenen aus dem Alltag.

Kleinhans, Jahrgang 1926 und in Sendenhorst im Münsterland geboren, studierte unter anderem in Münster und an der Kunstakademie in München und wurde schon früh mit dem Kunstpreis Jung-Westfalen ausgezeichnet Kleinhans beherrscht die kleine Form wie die große, fast schon monumentale, das Einfache und das Komplizierte.

Der kessen Kleinen wurde von Gertrud Kleist in der Dewezet auch ein kleines Gedicht gewidmet mit den Anfangszeilen: „Die Neugierige wirst du genannt / und wirkst so niedlich und charmant“.




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