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Hauptschüler der KGS helfen Senioren beim Umgang mit Computer, Handy und Tablet

So kann Lernen Spaß machen

Salzhemmendorf. Das Schulgebäude der KGS in Salzhemmendorf ist groß und reichlich unübersichtlich. In den Pausen wuseln hier mehr als 1400 Schüler lärmend und lebhaft durch Treppenhäuser und Flure. Unter ihnen bewegen sich diesmal auch einige ältere Herrschaften. Sichtlich irritiert von so viel Unruhe und Betriebsamkeit suchen sie einen ganz bestimmten Klassenraum. Informatik steht auf dem Stundenplan, und zwar für Hauptschüler der Jahrgänge acht und neun und eben diese wissbegierigen Senioren.

Angezettelt hat das die Arbeitsgemeinschaft der Senioren in Salzhemmendorf. Sie hatten sich darüber Gedanken gemacht, welche Probleme ältere Menschen bewegen und sind auf zwei Antworten gestoßen. Es gibt immer weniger Kontakte zwischen den Generationen. Man weiß nur wenig voreinander. Bei vielen bestehen regelrechte Berührungsprobleme. Und diejenigen, die nicht seit Geburt an den Computer kenen, werden von den laufenden Veränderungen der digitalisierten Welt geradezu überrollt, abgehängt und an die Wand gedrängt. Die Eltern und Großeltern möchten aber gern auf dem neuesten Stand der Technik bleiben und auch mit den neuen Erfindungen umgehen.

Dafür könnte man etwas tun, befanden die Mitglieder der Senioren AG und schlugen vor, dass Schüler ihnen helfen, Grundbegriffe der Informatik zu verstehen und einfache Handlungen am PC und im Internet zu erlernen. Die Schule machte mit, freut sich Ernst August Osterwald. Leiter des Projektes an der KGS war Hauptschulrektor Sebastian Happe.

Insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Hauptschulklassen bedauerten das Kursende genau so lebhaft wie die Senioren, denn es hat allen Spaß gemacht – und es hat allen viel gebracht.

Das Unterrichtskonzept ist so einfach wie effizient. Die Schüler bereiteten sich im Fach Informatik mit Happe auf die Themen vor, zu denen sie Wissen vermitteln wollten, wie soziale Netzwerke, Umgang mit Suchmaschinen, online Einkaufen, Bildbearbeitung, Textverarbeitung, Software installieren und deinstallieren und manches mehr.

Die älteren Bürger nennen zu Beginn der Unterrichtsstunden den Bereich, zu dem sie mehr wissen möchten, dazu melden sich aus den Reihen der Jugendlichen „Experten“ und schon entwickelte sich zwischen beiden lebhafte Aktivitäten. „Lasst die Senioren so viel wie möglich selbst machen“, forderte Happe. Es funktionierte ausgezeichnet und zwar in beide Richtungen, denn auch die Älteren wissen Dinge, die sie den Schülern erklären können. Selten sind Unterrichtsstunden so spannend.

Nun folgt eine längere Pause. Nicht zuletzt, weil sich der Abschlussjahrgang der Hauptschule auf die Abschlussprüfungen vorbereiten muss. Danach aber soll es weitergehen, schlägt Happe vor. Er berichtet nicht ohne Stolz, dass das Fach Informatik im Hauptschulbereich der KGS engagierter als an vielen anderen Schulen behandelt werde, aber auch dass die technische Ausstattung der KGS weit über dem in Niedersachsen üblichen Standard läge. Eine ideale Voraussetzung dafür, dass voraussichtlich ab Herbst dieses Jahres auch wieder ein Computerkurs für Erwachsene angeboten werden kann. Interessenten können sich bei Ernst August Osterwald von der Arbeitsgemeinschaft der Senioren unter 05153/7655 informieren, wann der nächste Kurs beginnt.haf




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