×

So geht es nicht

Martina Knöpfel-Lüssem

Autor:

Gemeindereferentin

Wir befinden uns in der Fastenzeit, in der 40-tägigen Vorbereitungszeit auf Ostern. Im Fastenkalender, der vom kirchlichen Hilfswerk Misereor herausgebracht wird, finde ich eine Geschichte von Axel Kühner, die mir unter die Haut geht. "Es war eine wunderbare Hochzeitsfeier. Ein strahlendes Brautpaar, fröhliche Gäste, erlesene Speisen und Getränke, wertvolle Geschenke, ausgelassenes Feiern machten ein herrliches Fest. Eine unvergessliche Hochzeitsreise schloss sich an. Auf der Rückfahrt wird die junge Frau plötzlich ernst und erklärt ihrem Mann: ,Ich danke dir für alles, für deine Liebe, dafür, dass ich zu dir gehören und mit dir verbunden sein kann. Aber nun möchte ich doch lieber in meine alte Wohnung, in meinen alten Beruf, zu meinen alten Freunden. Ich möchte schon deine Frau sein, aber doch lieber für mich leben! Ich komme einmal in der Woche zu dir. Wenn ich dich brauche, rufe ich dich an. Aber sonst möchte ich allein klarkommen. Wenn ich krank bin oder Geld brauche, in Schwierigkeiten stecke oder nicht weiter weiß, melde ich mich sofort bei dir. Ich bin ja so froh, dass ich einen guten Mann habe. Aber ich möchte meinen Lebensalltag doch gern allein bestimmen. Wenn ich später einmal sterbe, möchte ich natürlich ganz in dein Haus kommen. Aber ich hoffe, dass das noch lange dauert!" Nicht nur der Ehemann wird empfinden: So geht es nicht! Das ist doch keine Ehe! Und doch leben wir manchmal als Christen unsere Glaubensbeziehung zu Jesusähnlich. Wir erfahren Gottes Fürsorge und Hilfe, sind gesund, haben eine intakte Familie und einen gewissen Wohlstand. Ist das alles selbstverständlich? Oder wir haben erfahren, dass uns der Glaube in schwierigen Situationen geholfen hat. Aber dennoch: Das Alltagsleben wollen wir alleine bestimmen. In Not und Schwierigkeiten rufen wir zu Jesus. Die Ewigkeit wollen wir auch bei Ihm verbringen, aber sonst in unserem Leben lieber alleine zurechtkommen. Die Fastenzeit hält uns einen Spiegel vor, regt uns an, die Frage zu stellen, wie Gott in unserem Alltag vorkommt. Wann bringe ich mein Leben vor Gott zur Sprache? Wo rechne ich mit Ihm in meinem Alltag? Wage ich es, mein ganzes Leben mit Gott zu teilen? ist Gemeindereferentin in der katholischen St.-Sturmius-Gemeinde.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt