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Keine "Ente": Erster Storch in Petzen gesichtet

So früh wie nie: Adebar aus dem Winterurlaub zurück

Petzen (bus). In Petzen ist der erste Storch gesichtet worden. Laut "Storchenvater" Manfred Heidmeier ist Meister Adebar am Montag gegen 16 Uhr erstmals gesehen worden. Zwei unabhängig voneinander berichtende Augenzeugen hätten ihm die Neuigkeit übermittelt. "Durchaus vertrauenswürdig", wie Heidmeier betont; es handele sich bei der Meldung keineswegs um eine Zeitungsente.

Mit der Ankunft des "Domänennisters" erfährt das Zugverhalten der majestätischen Vögel eine erneute Änderung. Bereits im vergangenen Jahr (Landung erster Storch: 18. Februar, 12.30 Uhr; Landung zweiter Storch: 19. Februar, 15.30 Uhr) hatte Heidmeier, der die Petzer Adebare seit etlichen Sommern beobachtet, von "so früh wie noch nie" gesprochen. Dr. Reinhard Löhmer, renommierter Zoobiologe aus Hannover, führt die sehr frühe Rückkehr der Tiere auf Änderungen im "Flugplan" zurück. Bis vor etwa zehn Jahren seien die Vögel beinahe ausschließlich über einen östlich am Mittelmeer vorbeiführenden Kurs von Afrika nach Europa gekommen. Diese Ostroute verliere augenscheinlich immer mehr an Bedeutung. "Wir beobachten jetzt immer mehr Westzieher", erklärt Löhmer. Viele Störche würden gar nicht mehr bis Afrika fliegen, sondern auf südspanischen Müllkippen überwintern. "Adebar ist leider ein Opportunist", sagt der Experte. Abfallhalden hätten ihm als Nahrungsquellen und Lieferanten für Nistmaterial bequeme Angebote zur Verfügung gestellt. Löhmer vermeldete im zurückliegenden Herbst für den Landkreis Schaumburg ein Storchenjahr, in dem fünf Wildpaare zwölf Jungvögel aufzogen. Was kein schlechtes Ergebnis und deutlich besser als in den Nachbarregionen Minden-Lübbecke und Hannover sei. Für Petzen bedeuteten die drei flügge gewordenen Jungstörche nach zwei nachwuchsfreien Sommern eine erfreuliche Umkehr. Erfolgreichere Statistiken weisen laut Heidmeier lediglich die Jahre 1996 und 1999 (mit jeweils vier überlebenden Aufzuchten) aus. Insgesamt hat der Storchenvater auf dem 1988 errichteten Nest bislang 24 Jung-Adebare gezählt.

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