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Skurriler „Kassenklau“ im Tennisverein

Eimbeckhausen. Der „Kassenklau“ beim TC Eimbeckhausen erhält ein skurriles Nachspiel: Der frühere Schatzmeister, der 9500 Euro veruntreut haben soll, will die mittlerweile von ihm zurückgezahlte Summe wiederhaben. Er hat einen Anwalt eingeschaltet. Wie es zu dieser Kehrtwende kommt, kann der Vorstand des Tennisclubs nicht nachvollziehen – schließlich hatte der Ex-Kassierer seine Schuld eingestanden. Die Aktiven verstehen die Welt nicht mehr.

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„Kein Thema hat den Verein so geschädigt wie die Unterschlagung“, sagt der TC-Vorsitzende Horst Knigge. Er hatte gehofft, dass nach den wochenlangen Querelen endlich wieder Ruhe einkehre und sich die Mitglieder auf den Sport konzentrieren können. Die Realität sieht jedoch anders aus: Eine Woche vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitagabend im „Junkerhof“ erhielten die Vorstandsmitglieder Post vom Anwalt des früheren Kassenwarts.

Darin heißt es nach Informationen der Neuen Deister-Zeitung, dass der Ex-Schatzmeister das vor wenigen Wochen erstattete Geld zurückfordert. Die Begründung: Das Schuldeingeständnis wäre nur unter Androhungen zustande gekommen – und somit nichtig.

Das Schreiben sorgte schon bis zu diesem Punkt für blankes Unverständnis: Schließlich hatte der Kassenwart bereits bei der Jahresversammlung des Vereins im Februar seine Schuld eingestanden und sich öffentlich entschuldigt. Die neuerliche Forderung ist obendrein mit persönlichen Anfeindungen gegenüber dem Vorstand verbunden.

Die Führungsriege des TC wollte sich aufgrund des noch ausstehenden Verfahrens nicht zum Thema äußern – auch nicht gegenüber den Mitgliedern – um Schaden vom Verein abzuwenden. Der Vorstand habe aber einen Anwalt eingeschaltet. „Da ist noch einiges rechtlich aufzuarbeiten. Aber das muss auf einer anderen Ebene geklärt werden“, erklärt ein Vorstandsmitglied.

Der ehemalige Schatzmeister soll Papiere gefälscht und so einen Teil des Vereinsvermögens veruntreut haben. Die Ungereimtheiten erstrecken sich über die Jahre 2011 und 2012 – entsprechende Kassenprüfungen hatte der Kassenwart bis Ende vergangenen Jahres hinausgezögert.

Als später immer mehr belastende Details bekannt wurden, ließ der Vorstand den Kassierer dennoch nicht sofort fallen. Man werde „von straf- oder zivilrechtlichen Konsequenzen“ absehen, wenn der Mann die fehlende Summe kurzfristig zurückzahle, stellte Vereinschef Knigge Anfang Februar in Aussicht. Es sei schließlich noch nicht zu spät, die finanzielle Schieflage des Clubs zu beheben.

Der Schatzmeister lenkte ein, die Kasse ist seitdem wieder ausgeglichen. Deshalb gingen die Mitglieder auch davon aus, dass sie dem Vorstand bei der jetzigen Sondersitzung die Entlastung erteilen könnten. Den Kassierer klammerten sie bei der Abstimmung aber wohlweißlich aus: Über seine Arbeit soll erst entschieden werden, wenn das Verfahren abgeschlossen ist.bdi



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