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Wolfgang Menschings verrückter Autoumbau hat eine Straßenzulassung

"Sinnlos" schrauben - aber mit Spaß

Pollhagen (mw). Einfach nur aus Spaß hat der Pollhäger Wolfgang Mensching einen alten Kleinwagen gekauft und diesen technisch umgekrempelt. So baute er etwa den Frontmotor aus und statt dessen einen neuen Antrieb ins Heck ein. Vom TÜV gab es dafür den Segen, von anderen Verkehrsteilnehmern erntet er dagegen mitunter verständnisloses Kopfschütteln.

Rund 400 Arbeitsstunden hat der gelernte Kraftfahrzeugmeister Wolfgang Mensching in den Umbau seines Citroën AX Baujahr 1992 gesteckt. Das Ergebnis mutet in gewisser Weise etwas merkwürdig an: Der Originalmotor wanderte auf den Schrottplatz und ein PS-stärkeres Austauschpendant eines ausgemusterten Citroën ZX hinter die Vordersitze. Der Benzintank des AX zog dagegen in dessen ursprünglichen Motorraum um. Und dort, wo früher die Hinterachse des ehemaligen Fronttrieblers war, verrichtet nun die Vorderachse eines Citroën ZX ihren Dienst. Statt fünf Personen können mit dem Auto zudem nur noch zwei befördert werden, wobei sich deren Gepäck nur auf das Nötigste beschränken sollte. "Mir gefällt's", zeigt sich der 53-Jährige stolz. "Jeder Kilometer, den man damit fährt, ist einfach nur Freude". Daran hat nicht nur die von 45 auf 75 PS gestiegene Motorleistung einen Anteil. "Das Fahren ist sehr direkt, verzeiht keine großen Fehler und es gibt immer eine Rückmeldung von der Straße", schwärmt der Pollhäger von den Fahreigenschaften seines selbst kreierten Mittelmotorkonzepts. Rund 10000 Kilometer ist er mit dem Gefährt bereits auf öffentlichen Straßen unterwegs gewesen. Der größte Kostenfaktor bei dem ungewöhnlichen PKW-Umbau war der Segen des TÜV. Ungefähr 1600 Euro durfte Mensching für die Einzelabnahme an Gebühren berappen, bevor der Prüfer sein Okay gab. Zum Vergleich: Den als Basis dienenden Citroën AX hatte der Autobastler für 100 Euro gekauft, die benötigten Teile schlugen noch einmal mit rund 300 Euro zu Buche. Nennenswerte Probleme bei der TÜV-Abnahme in Hannover gab es nicht. Nachdem Mensching das Projekt im Vorfeld mit einem der Sachverständigen besprochen hatte, wurde der fertige Umbau dort eine Woche lang auf Straßentauglichkeit getestet. Noch ein paar kleine Nachbesserungen, dann stand der Zulassung des Fahrzeuges nichts mehr im Wege. "Der TÜV-Prüfer hat nur gefragt, ob ich mit meiner Zeit nicht etwas Sinnvolleres anfangen konnte", erinnert sich Mensching schmunzelnd, gibt aber freimütig zu: "Einen Sinn, so etwas zu machen, gibt es nicht." Dementsprechend reiche die Bandbreite der Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer, so sie denn die Besonderheit des Gefährts bemerken, von einem überraschten Gesichtsausdruck bis hin zu verständnislosem Kopfschütteln. Unter Kennern der automobilen Schrauberszene gebe sein roter Flitzer aber durchaus Anlass zu interessanten Gesprächen.




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