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Weil die Eiswette zwar stattfindet, aber nicht spannend ist, gibt es ein Formel-1-Rennen auf dem Wasser

Sind die Löwen pappsatt, müssen Alternativen her

Obernkirchen. Zunächst sei die Chronistenpflicht erfüllt. Also: Auch gestern hat der Förderverein "Sonnenbrinkbad" seine alljährliche Eiswette verloren. Im Gesamtergebnis steht es nun 7:1 für die gegen den Verein wettenden Besucher. Überraschend war das Ergebnis natürlich nicht, schließlich benötigt es schon andere Temperaturgrade als in den letzten Tagen, damit ein Mensch auf einer Eisschicht vom einen Freibad-Ufer zum anderen gehen kann.

Ein Stadtoberhaupt geht baden - und wird trotz großartiger Verkl

Autor:

Frank Westermann

Doch schon seit dem alten Rom ist es bekanntlich so: Liegen die Löwen pappsatt in den Arenagängen oder streiken die Wagenlenker für einen besseren Mindest-Rundenlohn, dann muss ein Alternativprogramm her, damit die Besucher im Circus Maximus nicht murren und gar die Revolution ausrufen. Gestern nahm daher ein Sextett die schwere Alternativ-Unterhaltungslast auf ihre starken und Kummer gewohnten Schultern. Und sie hatten sich (fast) alle gut vorbereitet. Bürgermeister Oliver Schäfer hatte auf seinem eigenen (und gefrorenen) Gartenteich geübt, Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier drei Tage und Nächte gewacht, um sich mental vorzubereiten, Stadthagens Bürgermeister Bernd Hellmann hatte im Trainingslager "Tropicana" seine Toppform gesucht und gefunden, Kreissportbundehrenvorsitzender Friedrich Meier ist von Natur aus fit, nur CDU-Stadtverbandsvorsitzender Christian Reith war aus einem anderen Grund gekommen: "Mich interessiert nur der Schluck." Der war in diesem Jahr hart verdient, denn die Schaumburger Prominenten, zu denen sich noch Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Hein gesellte, hatten ein Formel-1-Vorsitzenden auf den sich leicht kräuselnden Freibad-Wellen zu absolvieren. Hein selbst war einen zweiten Blick allemal wert: Ihn, nun ja, "kleidete" ein großzügig geschnittener gelb-roter Überhang; er sah aus wie ein überdimensionierter Marienkäfer. Und er erwies sich als modischer Trendsetter, denn wie sich herausstellte, hatte sich auch Schäfer für dieses "Kleidungsstück" entschieden, dazu kamen noch rot-blaue Plunderhosen und weiß-blaue Aldiletten. Da sich das Stadtoberhaupt noch die Haare hatte schwarz-rot färben und das Gesicht rot-weiß schminken lassen, war sein Anblick durchaus fähig, sensiblen Besuchergemütern demnächst ein paar nervenzerfetzenden Alptraum-Nächte zu bescheren. Das Rennen wurde dann auf zwei Holzpaletten ausgetragen (mit Spoiler vorn und hinten, die cw-Werte müssen überragend gewesen sein), getragen wurde die Konstruktion von leeren Kanistern, die allerdings angebohrt waren. Schöttelndreier, Hellmann und Meier stellten dabei ein Team - sozusagen das Trio infernale des Landkreises -, Hein, Schäfer und Reith gaben die Gegner. Insgesamt gab es zwei Boxenstopps, bei denen gewechselt wurde oder ein zweiter Teampartner helfen konnte, indem er etwa ins Wasser sprang und kräftig schob. Weil sich Reith dafür entschied, seinen Paddel-Part stehend zu absolvieren, wurde es eine recht spannende Geschichte, die mit einem Unentschieden endete. Den längsten Weg zur Umkleidekabine hatte dann Schäfer: Immer wieder musste er für ein Erinnerungsfoto stehenbleiben. Sieht man ja auch nicht alle Tage: ein zu groß gewordenes Plüsch-Insekt mit weißen Clownsgesicht - und so was von tropfnass.

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