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Persermischling Bonnyüberlebt Tortur im Dunkeln / TiHo-Professor: "Katzen haben sieben Leben"

Sieben Wochen in Badewanne eingemauert

Stadthagen (dlo). Der Perser-Mischling Bonny hat so etwas wie sieben Wochen Gefängnis unter extremsten Bedingungen überlebt. Die Katze war in einer neuen Badewanne eingemauert

Noch leicht verängstigt liegt die kleine Bonny auf dem Schoß ihrer Besitzerin Monika Hoppert und schnurrt leise vor sich hin. Nur ihr scheuer Blick und die ängstliche Körperhaltung deuten noch auf das Martyrium hin, das die kleine Katze durchlebt hat. Mehrere Wochen lang war der pechschwarze Persermischling spurlos verschwunden. "Überall habe ich meine Katze gesucht, bin sogar nachts raus auf die Straße und habe ihren Namen gerufen", erzählt Hoppert noch sichtlich bewegt. Aber trotz aller Mühen, ihre Katze blieb zunächst unauffindbar. Bei Bauarbeiten Ende Juli verschwand Bonny aus der Wohnung. Wegen eines Wasserschadens in dem Mehrfamilienhaus standen die Türen mehrerer Wohnungen offen. Durch den Baulärm muss die Katze sich derart erschrocken haben, dass sie aus Hopperts Wohnung floh und unter der Badewanne eines Nachbarn Schutz suchte, vermutet die 60-jährige Katzenliebhaberin. Zwei Tage lang blieb das Tier dort liegen, von den Handwerkern unbemerkt. Auch als diese die Verkleidung der Wanne wieder anbrachten, rührte sich die Katze nicht. Und so nahm das Schicksal seinen Lauf: Die Katze wurde unter der Badewanne eingemauert - und erst nach sieben langen Wochen entdeckt. "Als ich morgens duschte, war da plötzlich ein komisches Geräusch unter der Wanne zu hören, eine Art Kratzen und Jammern", berichtet Renate Herrmann, unter deren Badewanne sich die kleine Ausreißerin geflüchtet hatte. Erst als ihr Mann Erich hinzukam, erkannten beide, dass es sich bei dem Gewimmer um die Klagelaute einer Katze handeln könnte und verständigten prompt ihre Nachbarin Monika Hoppert. Diese erkannte das wehklagende Miauen ihrer Katze sofort. Umgehend wurde ein Handwerker verständigt, der gemeinsam mit Monika Hoppert das vollkommen ausgemergelte Tier aus seinem dunklen Verlies befreite. "Bonny bestand nur noch aus Fell und Knochen, war total abgemagert. Sie wirkte wie im Koma", so die Katzenbesitzerin. "In den ersten Tagen musste ich meine geliebte Katze wie ein Baby pflegen, habe sie gefüttert und gewaschen", mittlerweile hat sich Bonny aber schon wieder recht gut erholt: "Jeden Tag geht es mit ihr aufwärts, ich hoffe, in ein paar Wochen ist sie wieder auf den Beinen." Hoppert istüberglücklich, dass ihre kleine Stubentigerdame die Tortur überlebt hat und glaubt an ein Wunder. Mit dieser Meinung steht sich nicht alleine da. Auch Professor Dr. Ingo Nolte von der Tierärztlichen Hochschule Hannover findet es "sensationell, dass die Katze so lange überlebt hat". Zwar könnten Katzen auch mit extrem wenig Flüssigkeit auskommen und in Extremsituationen ihre Körperfunktionen sehr weit "herunterfahren", trotzdem bleibt es für ihn "rekordverdächtig". Er vermutet, dass sich unter der Duschwanne etwas Wasser gesammelt hat und die Katze so zumindest etwas Flüssigkeit zu sich nehmen konnte. Der hannoversche Professor erklärte, Katzen könnten so ein Erlebnis unbeschadet überstehen, sowohl physisch als auch psychisch und fügte schmunzelnd hinzu: "Katzen müssen wohl wirklich sieben Leben haben".




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