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Mittwoch ist Bestandsaufnahme im Bahnhof

Sieben Stationen und neue Parkplätze

Obernkirchen (sig). Das Thema "Personennahverkehr zwischen Obernkirchen und Stadthagen" ist auch nach dem Verkauf der Osthannoverschen Eisenbahn keineswegs vom Tisch, sondern offensichtlich aktueller denn je zuvor. Die Befürworter sehen jetzt die vermutlich letzte Chance, die Bahnstrecke zwischen den beide Städten wieder zu beleben. Morgen soll am Bahnhof der Bergstadt eine Bestandsaufnahme der gesamten Liegenschaft erfolgen. Dazu treffen sich Vertreter des Landkreises und der Rinteln-Stadthagener Verkehrsgesellschaft mit dem Ingenieur eines bekannten Unternehmens für Bahntechnik-Elektronik. Mit dabei ist der Obernkirchener Peter Schultz, der sich mit Rückendeckung des Landkreises um eine Reihe von sinnvollen Schritten bemüht.

Der engagierte Verfechter einer Wiederbelebung der heimischen Bahnlinie hat auch bereits Kontakt mit Alstom in Salzgitter aufgenommen. In diesem Werk entstehen die zurzeit modernsten Schienenbusse. Ein Exemplar davon soll in nächster Zeit auch auf dem Obernkirchener Bahnhof präsentiert werden. Schultz: "Bei der Initiative für die ostwestfälische Bahnverbindung zwischen Bielefeld, Halle und Osnabrück, wo heute der "Hallen Willen" verkehrt, hat sich gezeigt, wie sehr sich ein solcher Einsatz lohnen kann." Sein Konzept für die Strecke zwischen Obernkirchen und Stadthagen will er bei weiteren Zusammenkünften vorstellen, unter anderem in Nienstädt. Sein Streckenplan sieht insgesamt sieben Stationen vor. In der Bergstadt soll der Zug zusätzlich noch beim früheren Gasthaus "Lindenhof" halten. Zusteigen können soll man künftig auch noch in Sülbeck bei der Kirchstraße, wo außerdem Parkplätze angelegt werden sollen. Nach den Vorstellungen von Peter Schultz müsste der Schienenbus im Stundentakt verkehren. Die erste Fahrt für Pendler würde demnach um 5.30 Uhr erfolgen und die letzte gegen 22 Uhr. "Es kann doch keine Dauerlösung sein, dass Obernkirchen vom Sonnabendmittag über das gesamte Wochenende hin nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist," beklagt Schultz die derzeitige Situation und sieht seine Chance in dem Verkauf der Osthannoverschen Eisenbahn an das in England angesiedelte Transportunternehmen "Arriva" , das jetzt über 85,2 Prozent der Gesellschaftsanteile verfügt. Schultz schwebt sogar die Einführung eines Hol- und Bringdienstes vom Bahnhof nach Hause und umgekehrt vor. Den könnten die heimischen Mietwagenbesitzer übernehmen. Zusätzliches Augenmerk möchte er auf eine Verbesserung des stark zurückgegangenen Gütertransportes legen. Zurzeit werden mit Hilfe der Diesellok der Rinteln-Stadthagen Eisenbahn vornehmlich Glas von Heye und Hölzer aus den heimischen Wäldern befördert. Auch wenn es eine stündliche Verbindung zwischen Obernkirchen und Stadthagen gebe, bereite es laut Schultz kein Problem, dazwischen Güterzüge abzufertigen und den Museumszug der Dampfeisenbahn Weserbergland, der ohnehin nur im Sommerhalbjahr verkehrt. Der Landkreis als Mehrheitseigner der Gleisanlagen müsste, zusammen mit den Städten Stadthagen, Obernkirchen und Rinteln, großes Interesse an der weiteren Nutzung haben, meint auch der Grünenpolitiker Thomas Stübke. Er stellte deshalb in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses der Bergstadt den Antrag, 2000 Euro für die Vorlaufmaßnahmen zur Wiedereinführung des Personenverkehrs bereitzustellen. Befasst hat sich der Ausschuss damit noch nicht. Das soll erst ein anderer Fachausschuss tun. Große Chancen hat der Antrag allerdings nicht: SPD-Fraktionsvorsitzender Wilhelm Mevert verkündete auf der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Obernkirchen, dafür werde die Stadt kein Geld ausgeben.

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