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Aufsichtsbehörde will Sicherheitsmaßnahme am Wasserwerk Sülbeck

Sieben Meter Beton auf Brunnen

Samtgemeinde Nienstädt (gus). Die Untere Wasserbehörde des Landkreises hat angeordnet, dass einer der Brunnen des Wasserwerks Sülbeck zugeschüttet wird. Der Grund: Weil die Quelle nicht genutzt wird, droht Verunreinigung des Trinkwassers.

Die Forderung der Unteren Wasserbehörde beinhaltet den Ausbau der technischen Anlagen und das Auffüllen des Brunnens mit mehreren Schichten unterschiedlichen Materials. Diese Vorstellungen, die Samtgemeindebürgermeister Rolf Harmening dem Werksausschuss erläutert hat, führten zu Skepsis bei den Ausschussmitgliedern. Auf eine wasserdurchlässige Kiesschicht soll Sand, darauf wiederum Beton aufgetragen werden. Sieben Meter dick würde die Betonschicht nach Sachlage werden. Ein von der Behörde übersandter Voranschlag beziffert die Kosten für das Verfüllen auf 4830 Euro. Weitere 4800 Euro wären demnach für den Ausbau der Technikzu bezahlen. Um die Maßnahme kommt die Samtgemeinde nicht herum, so Harmening, weil der Forderung der Aufsichtsbehörde zu folgen ist. Der Ausbau der Rohre, Leitungen und sonstigen Instrumente ist nach Meinung der Ausschussmitglieder ebenfalls unstrittig. Aber die Art des Verschließens löste Befremden aus. "Sieben Meter Beton? Das grenzt ja schon an die Wolfsschanze", sagte Klaus Schmidt (Grüne). Auch Gerd Widdel (SPD) sprach sich für ein anderes Vorgehen aus. Der Brunnen könne versandet und anschließend ein Deckel aufgetragen werden, meinte er. Das würde auch die Möglichkeit offen lassen, den Brunnen wieder in Betrieb zu nehmen, wenn Bedarf vorhanden sein sollte. "In 20 Jahren brauchen wir vielleicht jeden Tropfen Trinkwasser", betonte Widdel. Und bei einer sieben Meter dicken Betondecke wäre "Schicht im Schacht", wie es Sozialdemokratin Patricia Mroch treffend formulierte. Den Brunnen sozusagen in der "Diät-Version" dicht zu machen, würde das Grundwasser ebenso vor Verunreinigung schützen. Nach Darstellung Harmenings und Schmidts könnten Leichen von Nagetieren oder tote Insekten, wenn sie ins Wasser fallen, Kolibakterien erzeugen. Dies wäre durch den Deckel ausgeschlossen. Harmening betonte, dass keine Eile geboten sei. Deshalb könne erörtert werden, ob die weniger aufwendige und damit unter Umständen auch günstigere Variante des Verfüllens der Aufsichtsbehörde genügen würde. Der Brunnen II des Wasserwerks Sülbeck war angelegt worden, um steigenden Bedarf an Trinkwasser decken zu können. Der Bedarf ist aber nichtwie erwartet größer geworden. Deshalb ist derzeit nur Brunnen I in Betrieb.




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