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Volkschor Groß Berkel hat Zuwachs von anderen Aerzener Chören

Sie kommen aus mehreren Orten

GROSS BERKEL. 1857 wurde in Groß Berkel der Volkschor gegründet.

59.225-02

Autor

Sabine Brakhan Reporterin

Lediglich ein Sänger aus Selxen bereicherte den Männerchor zu Beginn. Heute – 160 Jahre später – kommen die Mitglieder sogar über die Landesgrenze aus Nordrhein-Westfalen, um im größten Chor des Fleckens Aerzen mitzusingen.

Ein bisschen haben die Groß Berkeler in der jüngeren Vergangenheit auch vom Chorsterben im Kernort profitiert. In Aerzen haben sich nacheinander der Kirchenchor, der Werkchor der Aerzener Maschinenfabrik und die Liedertafel aufgelöst und ein Teil der aktiven Sänger wechselte zum Nachbarchor.

Erstmals mit Uwe Klingeberg als neuen Chorleiter an der Spitze präsentierte sich der Volkschor anlässlich seines Jubiläumskonzertes lebendig und dynamisch. Ein reiner Männerchor ist der Volkschor Groß Berkel schon lange nicht mehr. Noch drei Jahre, dann kann der Frauenchor innerhalb der Sängerschar das 100-jährige Jubiläum der Erstürmung einer Männerdomäne feiern. Und wer den Hut auf beziehungsweise die Hose an hat im Verein, das wurde bereits bei der Einleitung zur musikalischen Reise durch die Zeit sichtbar. Allerdings, so deutlich wollte es die Vorsitzende Angela Schmidtke dann doch nicht ausdrücken. Ihr Outfit repräsentiere mit der damenhaften Kopfbedeckung die Vergangenheit und mit dem modernen Hosenanzug die Gegenwart, so ihre Erklärung.

Gegensätze prägten auch das musikalische Programm. Mit der Eroberung des Paradieses – „Conquest of Paradise“ von „Vangelis“ – starteten die 45 Sängerinnen und Sänger ihre 90-minütige Darbietung. Dabei waren die Groß Berkeler Volkschorsänger vor 160 Jahren gar keine Pioniere auf ihrem Gebiet, die aufbrachen, um eine neue Welt zu erobern, so wie 1492 Christoph Kolumbus. Im Hummeort gab es damals bereits zwei Chöre. Allerdings: Der Volkschor hat sie alle überlebt. Und er kann nicht nur Volkslieder und –weisen zu Gehör bringen, sondern auch Klassik, das bewiesen die Pianistin Beatrice Cirkel an der Orgel begleitet von der Flötistin Anita Klingler mit der Arie „Che faro senza Euridici“ und dem Thema „A time for us“ aus „Romeo und Julia“. Mit dem Chor der Gefangenen ließ der gemischte Chor Verdis „Nabucco“ durch das Mittelschiff der gut besuchten St. Johannis-Kirche klingen. Als Vokalensemble brillierten die Männer mit „Mein kleiner grüner Kaktus“, bevor die Frauen mit „Memory“ aus „Cats“ in die Welt der Musicals überleiteten. Ausgelassene Stimmung zog mit dem Beachboys-Hit „Barbara Ann“ ein, bevor Beethovens „Ode an die Freude“ die Konzertreise durch die Zeit beschloss. Allerdings wollten die Konzertbesucher da noch nicht von Bord gehen.

Eigentlich hatten der Großteil der rund 150 Besucher die beliebte Standardzugabe erwartet: „Die Nacht ist von den Bergen gestiegen“. Doch Chorleiter Uwe Klingeberg stimmte mit dem Chor und dem Publikum gemeinsam den Kanon „Dona Nobis Pacem“ an. „Man hat richtig herausgehört, dass sich das Üben gelohnt hat. Ein tolles Konzert!“, lobte Heide Schraps.




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