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Seniorentheater: Großer Andrang bei der Doppelpremiere

BAD MÜNDER. Souffleuse Karin Umlauf bleibt an diesem Nachmittag fast arbeitslos. Alle Mitspieler der Seniorentheatergruppe „Spätlese“ sind ausgesprochen textfest. „Heiter, trotz wolkig“, so ist die amüsante Sketchparade betitelt, die das zwölfköpfige Ensemble den Gästen im „Theatersaal am Wall“ präsentiert.

Warten aus den Bus und treiben sich in die Verzweiflung: Regina Hoppe und Ilse Fröstl. Da kann auch der von Ulrich Marten servierte Kaffee nicht helfen. Fotos: Huppert

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Christoph Huppert Reporter

Schon eine Stunde bevor das Spiel beginnt, hat sich das zumeist betagtere Publikum bei Kaffee und Kuchen in eine erwartungsvolle Stimmung versetzt. Begleitet wird die Veranstaltung von der Amateurband „Kiscko Hybrid“, die mit Schlagern, aber auch Westernklängen die Sketchpausen füllt.

„Wir stellen altbekannte Sketche über Alltagsgeschichten vor“, erklärt Bühnenchefin Kolde. Die ist froh darüber, dass sich die Aufregung über den Spielort mittlerweile gelegt hat – der neue Eigentümer des Gebäudes unterstütze die Theatertruppe nach Kräften.

Was Kolde und ihre Akteure auf die Bühne zaubern, kommt an. Gleich zum Auftakt gibt es reichlich Lacher bei „Die Nervensäge“, in der zwei auf den Bus wartende Frauen (sehr souverän Regina Hoppe und Ilse Fröstl) gekonnt einander zur Verzweiflung treiben. Gleich darauf ein Szenenwechsel ins Fitness-Studio, in den Christa Schmitz und Renate Briseck (witzig und ausdrucksstark) Humorvolles über Cholesterin von sich geben.

Auch „Die Tasche“ erheitert das Publikum. Die Auseinandersetzung um eine gleich von drei Damen begehrte grüne Handtasche führt zu einem überraschenden Ergebnis.

Nach der Pause geht es dann um den Aufstand von Altenheimbewohnern gegen einen Diätkoch, eine kluge Sekretärin und die Versteigerung von Schillers Schreibtisch.

„Es ist erfreulich, wie gekonnt und mutig sich die Akteure auf der Bühne präsentieren, um den Besuchern eine Freude zu machen“, kommentierte Hermann Wessling, der mit seiner Frau zu den „Spätlese-Sketchen“ gekommen war, das Bühnengeschehen.

In der Tat haben die Amateurschauspieler sich in den vergangenen Jahren erheblich gesteigert und ein respektables Niveau erreicht. Brigitte Kolde ist deshalb noch immer wild entschlossen, im kommenden Jahr die Niedersächsischen Amateurtheatertage nach Bad Münder zu holen. „Das ist alles bereits in Vorbereitung“, kündigte sie an. In jedem Fall ist der Theatersaal am Wall ein Spielort, der mit Veranstaltungen wie der Doppelpremiere der „Spätlese“ am Wochenende eine echte Ergänzung und Alternative zum Musikangebot von „Operamobile“ im Martin-Schmidt-Konzertsaal darstellt. Künstlerisch können die Senioren mit dem dort Gebotenen mittlerweile allemal mithalten. Und das für weniger als der Hälfte des Operamobile-Eintritts.



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