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Die Verständigung funktioniert auf Deutsch, Englisch und mit Händen und Füßen

Seit 24 Jahren Ungarnaustausch am AEG

Hameln. Der Schüleraustausch mit der Partnerschule des AEG, dem Korösi Csoma Sandor Gimnásium in Budapest, besteht seit 24 Jahren und findet alle zwei Jahre statt. Durch den Austausch sind im Laufe der Jahre schon viele Freundschaften unter den Schülern und den begleitenden Lehrkräften entstanden und der Kontakt hält. Die ungarischen Teilnehmer lernen in ihrer Schule die deutsche Sprache und sind sehr daran interessiert, ihre Sprachkenntnisse zu erproben und zu erweitern. Allerdings erfolgt die Verständigung der deutschen und ungarischen Schülerinnen und Schüler zunehmend auch auf Englisch. Seit einigen Jahren ist Englisch neben Deutsch als erste Pflichtfremdsprache in Ungarn eingeführt und verdrängt das Erlernen der deutschen Sprache immer mehr. Doch egal, ob auf Deutsch, Englisch oder mit „Händen und Füßen“, die Verständigung hat bestens geklappt, berichtet Oberstudienrätin Marina Möhlmann. „Wenn es nötig wird, springen die beiden begleitenden Lehrerinnen aus Ungarn, die fließend Deutsch sprechen, als Dolmetscherinnen ein.“

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Am 2. Mai war es wieder so weit, eine ungarische Schülerinnengruppe in Begleitung zweier Lehrerinnen konnte am AEG willkommen geheißen werden. Auf sie wartete neben dem Unterrichtsbesuch ein reichhaltiges Programm in und um Hameln. Dazu gehörten neben einer Begrüßung am AEG durch Schulleiter Wolfgang Weber und im Hochzeitshaus durch Ursula Wehrmann die Erkundung der Hamelner Altstadt mit einer Stadtrallye, ein Museumsbesuch, eine Glasbläsershow, eine Dampferfahrt und eine Führung durch das Münster St. Bonifatius mit Turmbesteigung. An einem Vormittag begleiteten die ungarischen Schülerinnen ihre Gastgeber in den Unterricht, um einen Einblick ins deutsche Schulsystem zu erhalten. Und in Bremerhaven sahen sie das Auswandererhaus und konnten Nordseeluft tanken. Auch der Besuch der Landeshauptstadt Hannover gehörte zu ihren Zielen. Hier durften natürlich eine Besichtigung des Neuen Rathauses und eine Fahrt mit dem schrägen Kuppelaufzug nicht fehlen.

Beim Ungarnaustausch geht es für die deutschen Schüler nicht so sehr ums Sprachenlernen, sondern vielmehr steht wie beim Comenius-Projekt der kulturelle Aspekt im Vordergrund. Die Schülergruppe des AEG wird in Begleitung zweier Lehrkräfte im Herbst für eine Woche nach Budapest reisen.

Stephan Hennecke (Jg. 10) berichtet: „Meine ungarische Gastschülerin war sehr, sehr nett. So konnte ich viel lernen und habe von dem einen oder anderen Lied einen Ohrwurm. An ihrer Schule gibt es keine Doppelstunden. Nach jeder Stunde (45 min) haben die Schüler in Ungarn 15 Minuten Pause. Sie haben acht Jahre Grundschulzeit, was ich persönlich besser finde, und wechseln dann an weiterführende Schulen, ans Gymnasium, an eine Berufsmittelschule, wo man das Abitur machen kann und ein paar Berufe lernen kann oder sie erlernen einen Beruf mit Berufsschule. Somit muss jeder Schüler mindestens zehn Jahre zur Schule gehen.“

Schülerin Dagmar Kohlmeier (Jg. 11) hat sich ebenfalls mit ihrer Austauschpartnerin sehr gut verstanden. „Wir haben schnell festgestellt, dass wir gemeinsame Hobbys und Interessen haben und wir stehen auch jetzt nach wie vor in Kontakt. Wir konnten trotz der großen Unterschiede zwischen den Sprachen einige gleiche Wörter mit verschiedenen Bedeutungen finden, über die wir sehr lachen konnten. Besonders von dem ausgeprägten Humor der Deutschen war meine Austauschpartnerin sehr überrascht und sie möchte auf jeden Fall noch einmal nach Deutschland reisen“, berichtet Dagmar Kohlmeier. „Nem tudok magyarul“ (Ich spreche nicht ungarisch) bedauerten sicherlich viele der deutschen Gastgeber. Doch die Verständigung klappte auch so. Allen Beteiligten fiel der Abschied schwer. Aber es gibt ja im September ein Wiedersehen in Budapest.



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