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In der Glasbläserei riecht es nach Sand und Metall / Rene Jacksch zeigt, wie Figuren entstehen

Sechsmal so heiß wie im Backofen

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Autor:

der Klasse 4 der Grundschule Ottenstein

Hameln. Jeder kennt es, jeder benutzt es, aber wie es hergestellt wird, wissen nur wenige: Wir wollen das Rätsel lösen, wie eigentlich Glas entsteht und besuchen die Glasbläserei in Hameln in einem alten Wehrturm.

Als wir hineingehen, kommen wir in einen großen Ausstellungsraum mit verschiedenen Glasgefäßen, Teelichtern, Serviettenhaltern mit Blumen, Kugeln, Ostereiern und Anhängern aus durchsichtigem oder buntem Glas. Am schönsten sind die Tierfiguren: Delfine, Ratten, Pinguine, Schnecken, Schwäne, Elefanten, Eulen und Nilpferde. Alle aus Glas.

Auf dem Weg zur Glasmacherwerkstatt kommt uns schon auf der Treppe heiße Luft entgegen. Es riecht nach Metall und Sand. Wir setzen uns erwartungsvoll auf ein Treppenpodest. Von dort aus können wir die Glasmacherwerkstatt mit den vielen Werkzeugen und den Schmelzofen gut sehen. Herr Jacksch, der Glasmachermeister, zeigt uns Werkzeuge und erzählt, dass der Schmelzofen 1500 Grad heiß sei und ein anderer Ofen mit immerhin 480 Grad zum Aushärten und Abkühlen der Gefäße und Figuren diene. „480 Grad – das ist ja doppelt so heiß wie unser Backofen“, stellen wir fest.

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  • Mit einer Zange bearbeitet er das Glas an der Glasmacherpfeife.

„In dem heißen Schmelzofen wird Quarzsand zu Glas geschmolzen“, erklärt Herr Jacksch und lässt Quarzsand in eine Schale rieseln. „Das dauert ungefähr zehn Stunden.“ Mit einer Glasmacherpfeife holt er etwas Glas aus dem Schmelzofen, formt die Glasblase mit einem gewässerten Holzlöffel etwas rund und vergrößert die Glasblase, indem er mit der Glasmacherpfeife etwas Luft hineinbläst. Danach nimmt er eine zweite Pfeife mit etwas geschmolzenem Glas, dreht es in dunkelblauen Glassplittern und hält sie dann in den Ofen, damit die Splitter mit dem Glas verschmelzen. Anschließend wickelt er blaue Glasstreifen um den halbfertigen Becherteil der ersten Glasmacherpfeife, die als Ringe verschmelzen, bricht den Boden von der Pfeife ab und formt und dehnt an einem Ersatzstab die Becheröffnung mit seinem Werkzeug.

Er stellte den Becher in den 480 Grad warmen Ofen zum langsamen Abkühlen. „Das dauert ungefähr acht Stunden.“ Er holt mit der Glasmacherpfeife noch einmal geschmolzenes Glas aus dem Ofen, dreht es kurz in der nassen Holzform und formt dann durch Ziehen mit der spitzen Stahlzange ein Pferd. „Das sieht aus wie ein Niedersachsenross!“, meinen ein paar Jungen.

Wir sind alle beeindruckt, was Herr Jacksch alles kann. Zum Abschluss gibt er uns ein Rätsel zum Leitgedanken der Glasmacher mit auf den Weg, das wir lösen: „Es ist ein unendliches Kreuz, Glas zu machen!“

René Jacksch zeigt in der Schauglasbläserei, wie Figuren und Gefäße aus Glas entstehen.



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