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Seit 50 Jahren betreibt Arthur Knabe sein Fahrradgeschäft

Schwört auf deutsche Ware

Bodenwerder (dy). Radtouristen aus aller Welt wissen das handwerkliche Geschick von Arthur Knabe in Bodenwerder zu schätzen – das ist nicht übertrieben und geht aus zahlreichen Briefen und Karten beispielsweise aus Kanada oder Australien hervor. Aber auch ein Berliner Arzt schickte ein Schreiben; der Rahmen seines Rades war gebrochen war nicht mehr zu schweißen; Arthur Knabe verkaufte ihm „ein günstiges Fahrrad“, denn der Berliner wollte nicht viel ausgeben und eigentlich nur „heil damit nach Hause kommen“. „Das läuft heute noch“, lobte der Radtourist aus der Bundeshauptstadt in seinem Brief.

Bodenwerder (dy). Radtouristen aus aller Welt wissen das handwerkliche Geschick von Arthur Knabe in Bodenwerder zu schätzen – das ist nicht übertrieben und geht aus zahlreichen Briefen und Karten beispielsweise aus Kanada oder Australien hervor. Aber auch ein Berliner Arzt schickte ein Schreiben; der Rahmen seines Rades war gebrochen war nicht mehr zu schweißen; Arthur Knabe verkaufte ihm „ein günstiges Fahrrad“, denn der Berliner wollte nicht viel ausgeben und eigentlich nur „heil damit nach Hause kommen“. „Das läuft heute noch“, lobte der Radtourist aus der Bundeshauptstadt in seinem Brief. „Ich verkaufe nur deutsche Markenware“, betont Arthur Knabe, denn die würden sich lohnen zu reparieren – und Ersatzteile wären auch stets zu bekommen.

Arthur Knabe betreibt genau seit 50 Jahren sein kleines Geschäft in der Weserstraße. Wenn es um Zweiräder – egal, ob Mopeds, Motorräder oder Fahrräder – geht, dann macht dem 71-Jährigen, der Büromaschinen- und Zweiradmechaniker gelernt hat, so schnell keiner etwas vor. Sein Vater gründete 1929 das Geschäft in Bilshausen am Harz, zog 1954 nach Bodenwerder an den jetzigen Standort, und als er mit 54 Jahren verstarb, führte Arthur Knabe – damals 21-jährig – das Geschäft weiter. „Damals hatten wir noch Öfen, Haushaltswaren und Nähmaschinen im Sortiment, später auch noch Fernseher und Radios“, geht Arthur Knabe in die 60er Jahre gedanklich zurück.

Ab Mitte der 60er Jahre spezialisierte er sich dann nur noch auf Fahrräder und motorisierte Zweiräder. Seit 30 Jahren unterstützt seine Frau Elise (68) ihn im Geschäft.

Beim Blick in die Werkstatt verwundert es den Besucher, dass der Fahrradspezialist sofort findet, was er für die Reparatur benötigt. Schläuche, Schraubenschlüssel – einige noch vom Vater – und unzählige Dinge, „die immer mal benötigt werden“, haben sich hier im Laufe der Jahrzehnte angesammelt. Und auch Rechnungen, Werbeflyer und Teilzahlungsverträge aus den letzten 50 Jahren hat Arthur Knabe in zahlreichen Ordnern abgeheftet. „Freitag krieg ich Geld“ hörte er früher häufig von seinen Kunden, und dann musste er Vertrauen haben, wie er sagt, – häufig ging es aber auch vor Gericht, und so manches Rad landete wieder in seinem Geschäft.

Er erinnert sich, dass in den 60er Jahren ein Fahrrad so viel wie mancher Monatslohn kostete, nämlich 285 Mark. Da waren dann schon Teilzahlungskaufverträge gang und gäbe.

Fotografiert hätte man ihn und sein Geschäft schon häufig, erzählt Knabe. So auch drei Radler von Thyssen-Krupp aus Düsseldorf. „Die hatten hier ihren Spaß, haben viel gefragt, fotografiert und großzügig bezahlt.“ Im Dankesschreiben einige Tage später lobten sie untere anderem auch „den geordneten Werkstattbereich“.

Wenn Arthur Knabe ins Erzählen kommt, sprudeln die Erlebnisse nur so aus ihm heraus. „Ob die wohl Geld haben?“ hat er sich bei drei Männern gefragt, die ihre Räder bei ihm zur Reparatur abgegeben hatten und sich in der Zwischenzeit die Münchhausenstadt ansehen wollten. Er staunte nicht schlecht, als er erfuhr, dass es „drei Präsidenten“ waren, nämlich von der Handwerks- und Handelskammer sowie der Regierungspräsident aus Wiesbaden.

„Da sahen die wirklich nicht nach aus“, erinnert sich der Bodenwerderaner gerne an diese Kunden – die natürlich Geld hatten.

Will der 71-Jährige abschalten, dann beschäftigt er sich mit seiner TT-Modelleisenbahn. „Beim Basteln an dem Schweineschnäuzle reagiere ich mich ab“, zeigt er eine kleine Lok, die ihren Namen der Ähnlichkeit eines Schweinekopfes verdankt.

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