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160 Karnevalisten bei Workshop im Gardetanz mit Deutschem Meister

Schwitzend geht es in die Pause

Apelern (nah). Marco Schmitz bewegt die Arme im Takt. Aber nur die Unterarme schlenkern gleichmäßig hin und her: "Alles andere erfordert unnötig Kraft", erklärt er und garniert die ernsten Anweisungen mit ein paar flotten Sprüchen. Das sorgt für Kichern und Gelächter bei den überwiegend weiblichen Zuhörerinnen. Doch dann wird es wieder ernst: Schmitz zählt vor: zum schnellen Rhythmus der Musik kommen Arme und Beine erneut in Bewegung - und die große Gruppe tüchtig ins Schwitzen.

150 Frauen und ein paar Männer leisten Schwerstarbeit in der Apelerner Sporthalle. Zum ersten Mal hat der Tanzturnierausschuss im Niedersächsischen Karnevalsverband eine Schulung in die Riesbachgemeinde vergeben. Vorsitzende Petra Heine fiel die Auswahl nicht schwer: Die kostenlose Nutzung des Gebäudes und die verkehrsgünstige Lage fast direkt an der Autobahn waren ausschlaggebend. Schließlich kommen die Teilnehmer aus allen niedersächsischen Ecken. Sogar einige Schleswig-Holsteiner nutzen das Angebot. Denn mit dem mehrfachen Deutschen Meister im Paartanz, Marco Schmitz aus Bergisch Gladbach, wurde ein hochkarätiger Referent gewonnen. In vier Kursen vermittelt er bei der ganztägigen Apelerner Veranstaltung alles, von Grundschritten für Solisten bis zur Akrobatik für Garden. Regelmäßig zwei Mal im Jahr sorgt der Landesverband für diese Art von Fortbildung. Manche Vereine schicken komplette Gruppen zu den Terminen, andere erwarten die Weitergabe des Erlernten durch Trainer oder geeignete Multiplikatoren. Die Apelerner sind neben Jugendleiterin Svenja Böhm mit sechs weiteren Trainerinnen dabei. "Wir sehen den großen Bedarf", erläutert Heine ihr Engagement für solche Schulungen. 112 Karnevalsvereine gibt es insgesamt in Niedersachsen; etwa hundert von ihnen besitzen Gardegruppen oder Tanzpaare. Bei ihnen setzt sich immer mehr der sportliche Gedanke durch: "Das ist schon Schwerst arbeit", weiß die Braunschweigerin, die sich nach eigenen Worten "stets am Aschermittwochabend schon Gedanken für die neue Session" macht. Denn nur kontinuierliches Training führt zu turniergerechten Leistungen. Jahrelang dominierte dabei die Akrobatik in den Bewegungsabläufen. "Inzwischen ist es wieder mehr Tanz", weiß Böhm bereits von neuen Trends. Gerade hat sie sich wieder bei den Teilnehmerinnen eingereiht, denen Schmitz neue Kommandos gibt. "Nicht nur die Beine hoch, sondern sie auch mit Spannung und Kraft herunterziehen", fordert er von der kaum überschaubaren Gruppe. Wieder erklingen ein paar Takte aus dem Recorder. Zum x-ten Mal wird die Schrittfolge geprobt. Schwitzend geht es in die Pause. Die Fortsetzung folgt in den Vereinen. "Im Mai beginnen wir mit dem Einstudieren der Tänze für die neue Saison", verrät die Apelerner Trainerin, "das ist der richtige Zeitpunkt für den Einstieg." Sie freut sich auf junge Frauen, die körperliche Fitness im Scheinwerferlicht beweisen wollen. Wer mehr erfahren will, kann sich telefonisch unter 0170-2 92 93 90 an Svenja Böhm wenden.

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