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18°

Schwimmer in Rohrsen holen sich das „Totenkopf-Abzeichen“

ROHRSEN. Mit dem Wetter hatten die Freibadfreunde Beber-Rohrsen Glück: Keine schwarze Wolke gab es am Himmel, als sich 17 Schwimmer ins Becken wagten, um sich ein außergewöhnliches Abzeichen zu verdienen. Das sogenannte Totenkopfschwimmen wurde hier erstmals angeboten und lockte viele Teilnehmer und Zuschauer.

Los geht’s: Die Schwimmer stürzen sich ins 18 Grad kalte Wasser, worin sie mindestens eine Stunde lang schwimmen müssen. Fotos: Mensing

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Gert Mensing Reporter

Die Umstände sprachen jedoch zunächst klar gegen eine erfolgreiche Veranstaltung. Denn die Wassertemperaturen in dem beschaulichen Freibad hatten sich in den Vortagen bereits auf knapp 18 Grad abgekühlt. „Das Abzeichen wird für die mutigen Schwimmer kaum zu schaffen sein“, prognostizierte Vorstandsmitglied Karl-Hermann Krebs, langjähriger Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Denn beim Totenkopf-Schwimmabzeichen muss der Absolvent mindestens eine Stunde im Wasser schwimmen, um die Norm zu erfüllen. Das Festhalten am Beckenrand ist zwischenzeitlich nicht gestattet – bei den kühlen Temperaturen auch von Vorteil, denn: „Man muss ständig in Bewegung bleiben, sonst kühlt die Körpertemperatur zu stark ab“, weiß Krebs aus eigener Erfahrung. Er wachte auch am Beckenrand und achtete genau darauf, ob sich ein Teilnehmer nicht zu sehr überanstrengte.

Die DLRG als größte Ausbildungsorganisation hatte bereits Anfang der 1970er Jahre die Abnahme der Totenkopfabzeichen in ihren Reihen verboten, da es öfter zu Unterkühlungsvorfällen kam oder sich Schwimmer ganz einfach überschätzten. Ganz verschwunden ist diese Art von Extremsport allerdings nicht. Zwar gehören sie nicht zu den offiziellen Abzeichen der Prüfungsordnung Schwimmen und Rettungsschwimmen, werden aber noch von einigen Freibädern und von der Wasserwacht angeboten.

Das Totenkopf-Abzeichen in Gold konnten sechs Schwimmer mit nach Hause nehmen.

Im Freibad Rohrsen bewarben sich anfangs 20 Schwimmer für den Totenkopf in Schwarz, wofür eine Stunde im Wasser vorgeschrieben ist. Einige davon strebten an, das Abzeichen in Silber zu erreichen, wofür sie 90 Minuten schwimmen mussten. Und drei ganz Mutige legten sich gleich auf das Abzeichen in Gold fest – dafür mussten sie sogar zwei Stunden im Wasser bleiben. Es kam aber alles anders als geplant.

Insgesamt 17 Schwimmer starteten zeitgleich. Lediglich die erst achtjährige Ella Alles stieg aus dem großen Feld aus. Doch sie hatte nach einer halben Stunde bereits eine tolle Leistung erfüllt, die von den Zuschauern mit Applaus honoriert wurde. Nach einer Stunde war dann für die meisten Schwimmer Schluss, darunter auch Rohrsens kommissarischer Ortsbrandmeister Florian Wilkening. Andere blieben im Wasser und schwammen weiter.

Ralf Jochim, Ortsbrandmeister von Egestorf, stieg nach 90 Minuten aus, ebenso mit Sven Alles der Vize aus der Stützpunktfeuerwehr Eimbeckhausen. Sie errangen ebenso wie Annika Jochim, Kyra Voigt und Ingo Dolle das Totenkopf-Abzeichen in Silber.

Noch länger blieben sechs Mutige im Wasser. Leon Nagel, Karolin Groer, Kai Splettstößer, Robin Böckfaust, Christian Uhlenbecker und Henrick Jochim schafften die Topleistung und holten sich das Goldene Abzeichen. Zum Vergleich: Im Freiwasser-Marathon schaffen Hochleistungssportler in zwei Stunden knapp 15 Kilometer.

„Im nächsten Jahr bieten wir das Schwimmen wieder an“, kündigte die Freibadfreunde-Vorsitzende Bettina Groer-Wilkening an.



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