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Zwölf Gruppen und Verbände aus ganz Deutschland stellen bei DLRG-Symposium Projekte vor

Schwimmausbildung: Sicherheit hoch im Kurs

Bad Nenndorf (fox). Ein DLRG-Symposium in der Kurstadt hat auch im Zeichen einer konstruktiven Zusammenarbeit von Gruppen, Verbänden und Behörden gestanden - mit der Zielsetzung, die Schwimmausbildung in Deutschland zu verbessern und die Sicherheit am und im Wasser zu erhöhen. Im Foyer der Wandelhalle sowie im Bereich des neuen Verbindungsbaus zum Haus Kassel stellten zwölf Institutionen ihre Projekte zum Thema Schwimmausbildung vor. Am Sonnabend endete der dreitägige Kongress, der unter dem Titel "Gesundheit, Kinder, Sicherheit" lief.

Jörg Goldenbaum vom DLRG-Landesverband Brandenburg zeigt gemeins

Besonders von einem DLRG-Modell profitierten Kinder in Schaumburg seit einiger Zeit: Dem "Kindergartentag". Wie Maiken Stolze und Stephan Mohr vielen Besuchern des "Marktes der Möglichkeiten" erläuterten, will die DLRG damit den hohen Ertrinkungszahlen von Mädchen und Jungen im Kindergartenalterentgegenwirken. "Gemeinsam mit ,Nivea' organisieren wir bundesweit rund 1200 Kindergartentage", erklärte Stolze. Spielerisch lernten die Kinder dabei beispielsweise anhand eines Badeliedes und Malbüchern die Regeln für sicheres Schwimmen kennen. "In Bad Nenndorf, Lauenau, Auetal und Obernkirchen bieten unsere Ortsgruppen diese Projekte bereits mit positiver Resonanz an", sagte Stolze. Einähnliches Ziel verfolgt der DLRG-Landesverband Nordrhein-Westfalen. Alarmierende Zahlen von Kindern, die nicht schwimmen können, förderten 2006 die Initiative "Quietschfidel in den Sommer" zu Tage. Unter anderem will die DLRG damit tödliche Badeunfälle senken. Der Bayerische DLRG-Landesverband informierte zum Thema "Sicherheit beim Schulschwimmen" - einer Initiative in Bayern, die aufgrund eines tödlichen Unfalls beim Schulschwimmen gegründet wurde. Wie Ute Grasser-Daucks erklärte, gebe es in Bayern bislang keine gesetzliche Grundlage, die Auffrischungslehrgänge oder Tests für Sportlehrer im Bereich Rettungsschwimmen zwingend vorschreibt. Erste Erfolge erzielt der Landesverband bereits. In Regensburg habe die DLRG vor kurzem 60 Lehrer zu Multiplikatoren ausgebildet. "Wäre alles so wie in Sachsen, hätten wir weniger Probleme", sagte Grasser-Daucks. Dort sei das Rettungsschwimmabzeichen Pflicht für Sportlehrer. Zudem müssten diese Lehrer in regelmäßigen Abständen Nachweise über die Aktualität ihres Rettungsschwimmwissens erbringen sowie jährlich einen Erste-Hilfe-Kursus zur Auffrischung belegen. Über das Projekt "Schwimmen mit geistig Behinderten" hat der noch verhältnismäßig junge Kreisverband Barnim im DLRG-Landesverband Brandenburg informiert. Dieser war für sein Engagement auf diesem Feld und dem daraus resultierenden 1. Landeswettbewerb, im Jahr 2006 mit der "Fritz-Wildung-Plakette" des Deutschen Olympischen Sportbundes ausgezeichnet worden. Besonders stolz darauf ist Jörg Goldenbaum, Lehrer an einer Förderschule in Brandenburg und Initiator des "Handicapschwimmens": "Diese Plakette wird an ehrenamtliche Vereine nur einmal und dies nur alle zwei Jahre verliehen", sagte Goldenbaum. Angesichts der rund 900 000 Vereine in Deutschland, sei die dem Kreisverband zuteil gewordene Ehre dadurch von hohem ideellen Wert. "Ohne die vielen Helfer hätten wir niemals den Landeswettbewerb auf die Beine stellen können", machte Goldenbaum deutlich. Dass der "Markt der Möglichkeiten", bei dem etliche konstruktive Lösungsansätze leicht verständlich und informativ vorgestellt worden sind, nicht der breiten Öffentlichkeit präsentiert worden ist, hält Eckehard Seidel vom Organisationsteam für unproblematisch. "Es sind etliche Vertreter der Kultusministerien hier zu Gast", sagte Seidel. Er sei sich sicher, dass diese die Botschaft und Inhalte des Marktes weitertransportieren. Diesen Eindruck bestätigten viele eingehende Gespräche an den Ständen. Die langfristige Vorbereitungszeit habe zu einer sehr gehaltvollen, sauber gegliederten Präsentation geführt, sagte Seidel.

Organisator Eckehard Seidel.
  • Organisator Eckehard Seidel.
Informationen rund um mehr Sicherheit im und am Wasser hat es ge
  • Informationen rund um mehr Sicherheit im und am Wasser hat es gestern beim "Markt der Möglichkeiten" im Foyer der Wandelhalle gegeben. Fotos: fox
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