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60 Mädchen auf einer Zeitreise ins Mittelalter / Aktionstage des Arbeitskreises für Mädchenarbeit auf dem Bückeberg

Schwertkampf und Schmieden - wie vor 1000 Jahren

Obernkirchen (kk). Fantasten und Wissenschaftler, Träumer und Schriftsteller haben sich schon mit dem Thema "Zeitmaschine" beschäftigt. Der Wunsch in die Zukunft oder in die Vergangenheit eintauchen zu können, ist wohl so alt wie die Menschheit. Der Traum von der Zeitreise ging jetzt für 60 Mädchen im jbf-Zentrum auf dem Bückeberg in Erfüllung. Sie drehten die Uhr mithilfe des Arbeitskreises Mädchenarbeit und Akteuren Gruppe "Zeitreisende" um 1000 Jahre zurü ck.

Der Trip ins Mittelalter dauerte zwar nur zwei Tage, vermittelte aber doch unvergessliche Eindrücke vom Alltagsleben unserer Vorfahren jenseits von Klischees der bekannten Ritterepen im Breitbandformat oder der kommerziellen Märkte. Trotzdem gab es jede Menge zu erleben: Schwertkampf und alte Kinderspiele, Schmiedearbeiten und Schmuckherstellung. Am Lagerfeuer kreiste ein Kuhhorn mit Apfelsaft, in der Suppe schwammen Kohl und Zwiebeln - wie schon vor 1000 Jahren. Das mundete zwar nicht allen verwöhnten Gaumen, doch die fünf verschiedenen Workshops kamen bei den Mädchen gut an. Geschichtsunterricht ganz anders als in der Schule, das fanden zum Beispiel Anna Kleene aus Meinsen und Annalena Uredat aus Hülsede toll. "Diese Zeit ist faszinierend," findet nicht zur Anna. "Come on, ein bisschen Mut!" feuert Colin Richards acht mit (Gummi)-Schwertern bewaffnete Teenager an. Die fassen Selbstvertrauen, gehen auf den Kampfkunstexperten im mittelalterlichen Wams los. Doch am Ende behält der Engländer die Oberhand, gelernt ist eben gelernt. Das gilt auch für Andree Woosmann. Der hat auf dem Freigelände mit allerlei Zeltbahnen eine Bauhütte errichtet. Hier bearbeiten unter seiner Anleitung Nicole, Verena-Sabine und ihre Freundinnen mit Hammer und Eisen Sandsteinblöcke. Schildkröten und Eidechsen schälen sich langsam aus dem Stein. Trotz körperlicher Arbeit kommen die jungen Handwerkerinnen ins Frösteln - schließlich haben sie am Morgen noch einen Schneemann gebaut. Zum Aufwärmen geht es in den Gruppenraum, so weiß man die Zentralheizung des 21. Jahrhunderts erst so richtig zu schätzen. Im Nachbarzelt bei Patrick Rust ist es zumindest etwas wärmer. In der Esse glüht Holzkohle, angefacht von Jessica und Nora am großen Blasebalg. Alysia bearbeitet derweil auf dem Amboss ein glühendes Stück Eisen, das sich in ein rustikales Schmuckstück verwandelt. Filigraner geht es bei Sandra Schneider zu. Sie leitet die Mädchen in der Schmuckherstellung an. Das wird Glas verschmolzen, Bernstein poliert und schließlich mit dem - natürlich handbetriebenen - Bohrer mit Löchern zum Auffädeln versehen. Die professionelle Zeitreisende hat mit ihren Kollegen schon mehreren tausend Kindern einen lebendigen Eindruck vom Leben im Mittelalter vermittelt. Sie hat mindestens genauso viel Spaß an der Aktion wie die Kinder. "Eine tolle Truppe," lobt Schneider.




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