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Eilsens Jagdgenossen: Maisfelder als beliebtes Versteck / Viele Rehe verenden im Straßenverkehr

Schwarzwild verursacht immer mehr Schäden

Bad Eilsen (sig). Massive Schäden auf Weiden und Feldern verursachte das heimische Schwarzwild im vergangenen Jahr. Das könne noch mehr werden, befürchtet Jagdpächter Friedhelm Baule. In einer Zusammenkunft der Jagdgenossenschaft Heeßen-Bad Eilsen-Buchholz im "Heeßer Krug" drückte er sogar seine Sorge darüber aus, dasses dadurch zum Ausbruch der Schweinepest kommen könnte. Das hätte erhebliche wirtschaftliche Einbussen zur Folge.

R. Baule- Steinmeyer

Baule: "Wir Jäger können nichts dafür, dass wir nicht noch mehr Abschusserfolge melden konnten; der zunehmende Maisanbau kommt der explosionsartigen Vermehrung des Schwarzwildes entgegen. Es kann in den Feldern verschwinden. 2009 wollen wir aber in jedem Fall deutlich mehr Schwarzkittel erlegen." Immerhin stehen wenigstens 13 Abschüsse auf der Liste - vom Frischling bis zum zentnerschweren Überläufer. Drei Stücke fielen dem Straßenverkehr zum Opfer. Sowohl die Landwirte als auch die Jäger machen sich Gedanken, wie sich diese Wildschäden künftig deutlich verringern lassen, die im letzten Jagdjahr häufig in Getreidefeldern entstanden sind und schon die Einnahmen aus der Jagdpacht erheblich übersteigen. Die Wildschweine haben eine gute Nase. Sie riechen selbst Maiskolben, die bis zu 30 Zentimeter tief untergepflügt sind. Und wenn sie sich Würmer und Larven holen wollen, dann schieben sie einfach die gesamte Grasnarbe weg. Vom Aufstellen von Elektrozäunen hält Friedhelm Baule nicht viel. Der Jagdpächter:"Da wischen die Frischlinge durch, und die Sauen versuchen, ihnen zu folgen, denn sie lassen ihren Nachwuchs nicht allein. Da ist es wohl sinnvoller, an den Waldrändern die Breite eines Mähdreschers frei zu lassen, dann ist die Fläche besser zu bejagen." Es ist ohnehin nicht ganz einfach, auf Wildschweinjagd zu gehen, ohne bestehende Gesetze zu verletzen, Die Bachen werden immer früher trächtig, und dann darf man sie nicht abschießen. Wenn sie mit ihrem Nachwuchs unterwegs sind, dann geht das auch nicht. Das Jagdrecht wird sehr stringent behandelt. Wer dagegen verstößt, kann schnell seinen Jagdschein verlieren. Beim Rehwild, das nicht mehr so häufig vorkommt wie früher, hat der Straßenverkehr "gewildert". Insgesamt sieben Böcke, Ricken und Kitzen sind ihm zum Opfer gefallen. Wieder erholt hat sich der Hasenbestand. Es wurden keine erlegt, aber drei endeten unter Autoreifen. Gleiches widerfuhr drei Füchsen und einem Marder. Im Pulverdampf blieben liegen: fünf Füchse, eine Ente, eine Taube, sieben Krähen und acht Elstern. Vom Muffelwild sind ein Schaf und ein Widderlamm erlegt worden. Das entspricht der Vorgabe der Jagdbehörde. Friedhelm Baule berichtete in diesem Zusammenhang davon, dass der Widder eine alte Schussverletzung aufwies. Auf Hochsitzen im Bereich der Gemarkung Bernsen habe man Kleinkalibermunition gefunden und dazu noch an der Aue einen Kanister mit zahlreichen Einschüssen. Hier wird es die erforderlichen Nachforschungen geben. Im Hinblick auf das neue Jagdjahr kündigte Reinhard Baule-Steinmeyer, der 1. Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Heeßen-Bad Eilsen-Buchholz, einen Schnatgang an, dem wieder ein geselligen Abschluss folgen solle. Ins Auge gefasst hat man auch eine Ausfahrt, eventuell nach Tonnenheide, um dort eine Käserei zu besichtigen.



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