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Land soll Stunden an der IGS aufstocken

Schwarz-Grün: Mehr Unterricht am Nachmittag

Hameln. Einmal in der Woche Pflichtunterricht in der achten und neunten Stunde, freiwillige Nachmittagsangebote an drei weiteren Nachmittagen: So sieht es bisher aus, das Ganztagsangebot der Integrierten Gesamtschule Hameln. Der Mehrheitsgruppe aus CDU, Grünen und Unabhängigen im Hamelner Rat genügt das nicht. Sie fordert nun die Verwaltung auf, bei der Landesschulbehörde einen Antrag zu stellen, aus der IGS eine sogenannte „gebundene“ – im Grunde: vollwertige – Gesamtschule zu machen.

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite

„Das Ganztagsangebot ist wesentlicher Teil des pädagogischen Konzepts einer IGS“, sagt Ursula Wehrhahn, Grünen-Fraktionschefin und stellvertretende Sprecherin der Ratsmehrheit. Der integrierende Anspruch des „voneinander und miteinander“ Lernens lasse sich nur im ganztägigen Angebot verwirklichen, heißt es zur Begründung im schwarz-grünen Antrag. Ganztagsangebote sollten „Bildungsbenachteiligungen ausgleichen und berufstätige Eltern entlasten“. Daher seien sie „ein wichtiger Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit“. Bisher, findet Wehrmann, könne aber an der Hamelner Gesamtschule eher von einer „Nachmittagsbetreuung“ die Rede sein.

Die IGS versteht sich als Offene Ganztagsschule. Das heißt: Den Schülern steht frei, ob sie am Nachmittagsangebot teilnehmen oder nicht. Mittwochs finden zwei Stunden regulärer Unterricht nach der Mittagspause statt, ansonsten werden bis 15.15 Uhr Arbeitsgemeinschaften – beispielsweise in Fremdsprachen, Naturwissenschaften, künstlerischem Gestalten, Sport oder auch das Projekt „Schüler helfen Schüler“ – angeboten. Freitags endet die Schule mittags.

Wehrmann hält regulären Nachmittagsunterricht jedoch für unerlässlich: „Wenn wir schon eine IGS anbieten, dann so ausgestaltet, wie die Eltern das erwarten.“ Mit ihrem Vorstoß hofft die Mehrheitsgruppe nun, die politische Großwetterlage im Land nutzen zu können: „Wir haben eine neue Landesregierung, die wollen wir jetzt auch fordern“, sagt die grüne Fraktionsvorsitzende. Dabei drängt bereits die Zeit: Wenn der schwarz-grüne Antrag Fachausschuss und Verwaltungsausschuss passiert hat, kann er erst am 26. Juni im Rat behandelt werden. Im August beginnt bereits das neue Schuljahr.

Ein Kostenfaktor würde die Ausweitung des Nachmittagsangebots zur Abwechslung mal nicht für die Stadt, sondern für das Land: Derzeit – und noch bis zum Juli 2014 – sind an der IGS nur 12,5 Lehrerstunden für den Nachmittagsbetrieb vorgesehen. Für ein verbindliches Nachmittagsangebot zu wenig, das Land, Dienstherr der Lehrer, müsste aufstocken. Aus städtischer Sicht würde sich durch ein verbindliches Ganztagsangebot an den IGS-Kosten nichts ändern, sagt Wehrmann.

Ende November 2012 hatte die Mehrheitsgruppe die IGS-Investitionen – es ging um 6,4 Millionen Euro – mit einem Sperrvermerk versehen. Inzwischen hat man diesen teilweise aufgehoben: Für geringfügige Baumaßnahmen wurden knapp 2,1 Millionen Euro freigegeben. Damit sollen nun Räume beispielsweise für eine Bücherei geschaffen werden. Auch für die Anmietung von mobilen Klassenräumen wird das Geld gebraucht.



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