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Kurt Meyer-Bergmann (SPD) befürchtet Kostensteigerung durch Abitur nach 13 Jahren / Stadt widerspricht

Schulzentrum Nord sogar noch teurer?

Hameln. Ein verspätetes Osterei hat Kurt-Meyer Bergmann der Hamelner Politik ins Nest gelegt. Der Sozialdemokrat und Vorsitzende des Ausschusses für Kindertagesstätten, Schulen und Sport vermutet eine nochmalige Kostensteigerung für das bislang achtzügig geplante Schulzentrum Nord. Grund: die von der niedersächsischen Landesregierung beschlossene Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Jahren und damit verbundener zusätzlicher Raumbedarf.

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Nach den bisherigen Planungen soll das Schulzentrum Nord 21,2 Millionen Euro kosten. Um wie viel diese Summe nach oben korrigiert werden muss, vermag Meyer-Bergmann indes nicht zu sagen. „Ich bin kein Architekt, ich weiß nur, dass es teurer wird, denn wenn beispielsweise drei Klassen dazukommen, brauchen wir mindestens drei Räume mehr“, begründet der Sozialdemokrat. Es müsse jetzt geprüft werden, „ob das Raumangebot ausreichend ist oder ob zusätzlicher Raumbedarf besteht“, sagt der Ratsherr, denn die Architekten seien vom Abitur nach zwölf Jahren und damit einem Jahrgang weniger ausgegangen.

Zwar bezeichnet Meyer-Bergmann den geplanten Bau einer neuen Mensa auf dem Areal des Schulzentrums Nord als „sinnvolle Angelegenheit“ und „Leitlinie“, angesichts der prekären Haushaltssituation der Stadt Hameln will der Ausschussvorsitzende dieses Vorhaben jedoch nicht in Stein gemeißelt wissen. „Ich kann mir eine ganze Menge vorstellen. Dazu zählen auch Überlegungen für die Mensa, sie durch eine andere Nutzung aufzufangen, um rund zwei Millionen Euro zu sparen“, sagt er. Damit unterstützt Meyer-Bergmann jetzt entsprechende Vorschläge seiner beiden Parteifreunde Landrat Tjark Bar-tels und Oberbürgermeister-Kandidat Ralf Wilde, die sich für die Nutzung einer entsprechenden Einrichtung auf dem durch den Briten-Abzug frei werdenden Gelände der Linsingen-Kaserne ausgesprochen hatten. Der Ratsherr betont allerdings, „es nicht zu machen, sondern zu prüfen“.

Akzeptiert hat der Schulausschussvorsitzende inzwischen, dass der Landkreis Hameln-Pyrmont das Schulzentrum Nord nur mit 25 Prozent Bargeld und 25 Prozent Darlehen finanzieren will. „Wir haben zwar um 50 Prozent in bar verhandelt, aber ich nehme zur Kenntnis, dass wir das nicht durchsetzen können, denn der Landkreis kann nicht mit zweierlei Maß messen, weil das anderenorts Begehrlichkeiten weckt“, erklärt Meyer-Bergmann. Deshalb sei er nach wie vor ein Befürworter, die Schulträgerschaft für das Schulzentrum Nord vorzeitig in die Hände des Landkreises zu legen. Schon einmal hatte der Sozialdemokrat einen entsprechenden Vorstoß gewagt, war aber an der schwarz-grünen Mehrheit gescheitert. Angesichts leerer Kassen und der aktuellen Haushaltssituation will er diesen Vorschlag nach der politischen Osterpause nun wiederholen. „Wir werden alle Sparvorschläge, die wir gemacht haben und mit denen wir gescheitert sind, wieder auf den Tisch legen. Daran war nichts falsch, und dazu gehört auch die Schulträgerschaft des Schulzentrums Nord“, kündigt Meyer-Bergmann für die Sozialdemokraten an. Dann müsste der Landkreis die Kosten für das Schulzentrum Nord übernehmen und für die Stadt erhöhe sich lediglich die Kreisumlage. „Wir wollen, dass Hameln Mittelpunkt des Weserberglandes bleibt und alle Schulangebote vorhanden sind. Hintergrund der Debatte ist: Wie kriegen wir unser Bildungssystem gesichert und bezahlt“, erläutert der Politiker. Ein Wechsel in der Trägerschaft bedeute nicht, dass die Schulen nicht auch künftig inhaltlich zusammenarbeiten könnten. „Darüber entscheiden das Kultusministerium und die Landesschulbehörde. Die Stadt Hameln hat nur für die sachliche Ausstattung zu sorgen. Die Finanzsituation lässt uns keinen Spielraum. Dem müssen wir Rechnung tragen und trotzdem eine gute Bildungssituation hinkriegen“, meint Meyer-Bergmann.

Bei der Stadt Hameln hingegen wird trotz des Abiturs nach 13 Jahren nicht mit weiteren Mehrkosten für das Schulzentrum Nord gerechnet. „Die Schulform IGS hatte an einer Verkürzung der Schulform nicht teilgenommen, das betraf nur die Gymnasien. Wir haben uns beim AEG auf neun Jahre verständigt, um eine gemeinsame Oberstufe umzusetzen“, erklärt der städtische Sprecher Thomas Wahmes. Eine Änderung der Raumplanung sei deshalb nicht erforderlich.



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