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Schultüte für I-Männchen von 1950

Möllenbeck (who). Der erste April hat für viele Kinder-Generationen einen gravierenden Einschnitt im jungen Leben bedeutet. Hat der Tag einerseits für die Erwachsenen Scherzbolde manchen Schabernack legitimiert, stand der „erste Vierte“ für die in der Regel Sechsjährigen für den Einschulungstag. Welche drastische Veränderung sich in Wahrheit dahinter verbarg, dürfte kaum eins der kleinen Mädchen und Jungen geahnt haben. Jedenfalls kein Dorfkind, das für gewöhnlich ohne Kindergarten-Betreuung in „freier Wildbahn“ aufwachsen durfte.

Schultüte mit Griffel, Tafel, Schwämmchen und Putzlappen. Foto:

Allenfalls vom Hörensagen unter anderem aus den Berichten älterer Geschwister ließ sich schließen, welche drastische Veränderung sich unter dem Begriff „Schule“ anbahnte. So, dass es im Tausch gegen kindliche Freiheit künftig einen vom Stundenplan bestimmten Tagesablauf geben würde und Freizeitbegrenzung durch Hausaufgaben.

Um diesen Übergang zum „Ernst des Lebens“ für die „I-Männchen“, wie sie früher liebevoll genannt wurden, zu versüßen, hat irgend ein einsichtiger und mitfühlender Erwachsener die Schul- beziehungsweise Zuckertüte erfunden. Und zwar lange vor dem Jahr 1950, als unser Fundstück einen Anfänger der starken Nachkriegsjahrgänge zum ersten Schultag in der „Volksschule“ Möllenbeck begleitet hat.

Inhalt der bunten Spitztüte aus Pappe: Hauptsächlich und hoffentlich viel süßes Naschwerk, das Eltern, Großeltern und Patentanten oder -onkel gestiftet hatten. Weniger beliebt waren praktische Dinge wie Schreibutensilien oder Strümpfe, die manche Erwachsenen zum Füllen der Tüte spendierten. Denn: Für die alltägliche Ausstattung waren doch wohl die eigenen Eltern sowieso zuständig, oder?

Und daran hat sich bis heute nichts geändert, die Schultüten gibt es immer noch, nur sind sie Vergleich zu unserem Fundstück aus dem Jahr 1950 deutlich voluminöser und motziger geworden...

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