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Auch Hameln-Pyrmonts Jungsozialisten kritisieren Äußerungen des Philologenverbandes

Schulelternrat spricht von Kampagne gegen IGS

Hameln (HW). Bisher hatte sich der Schulelternrat der IGS aus der Diskussion um die Integrierte Gesamtschule herausgehalten. Jetzt haben sich Vorsitzender Wolfgang Meyer und seine Stellvertreterin Diana Spreemann in einer Erklärung geäußert. Von einer „Kampagne gegen die IGS“ ist darin die Rede. Zudem wird die Frage aufgeworfen: „Sollen Eltern verunsichert werden, deren Kinder die potenziellen Abiturienten von morgen sind?“ Meyer und Spreemann sehen die positive Entwicklung der Schule gefährdet und wollen zu einer sachlichen Diskussion zurück. Kritik an den Äußerungen des Philologenverbandes (wir berichteten) kommt auch von den Jungsozialisten.

Die Gründung der IGS Hameln sei nach einer Elternbefragung erfolgt, die ein breites Interesse an dieser Schulform hatten, erinnern die Vorsitzenden. Ziel sei es, die Schullandschaft zu erweitern, „um Kindern entsprechend ihrer Begabungen optimale Lernbedingungen zu ermöglichen“, argumentieren Meyer und Spreemann. Das Interesse zeige sich an den Anmeldezahlen, die die vorhandenen Plätze übersteigen.

Der Hamelner Rat habe die Gründung einer IGS inklusive Oberstufe beschlossen. „Die derzeitige Entwicklung unserer Schüler lässt zudem den Schluss zu, dass die von der Landesschulbehörde geforderten Mindestschülerzahlen erreicht werden“, betonen die Vorsitzenden in ihrer Erklärung. Die derzeitige Kampagne gegen die IGS setze jedoch genau an diesem Punkt mit einer Elternverunsicherung an.

Ebenso habe der Rat das Schulzentrum Nord als IGSStandort beschlossen. Sanierungsstau sowie Fehleinschätzungen der Umbaukosten und des Gesamtraumbedarfs hätten zu den deutlich erhöhten Kosten geführt. „Die nun kursierende Zahl von über sechs Millionen Euro allein der IGS zuzurechnen, ist schlichtweg falsch“, monieren die Vorsitzenden. Sie sind überzeugt, dass eine differenzierte Kostendarstellung nach Sanierungsaufwand, Inklusion, Schulzentrumskosten sowie durch die Gründung der IGS „deutlich Substanz“ in die Diskussion brächte. „Die Notwendigkeit des barrierefreien Ausbaus der Schule war ebenso bekannt wie die Tatsache, dass die für eine IGS typischen kooperativen Lernformen einen höheren Platzbedarf benötigen. Gleiches gilt bei der Einrichtung von Integrationsklassen“, argumentieren Meyer und Spreemann. Als Schulträger habe die Stadt nun die Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass die IGS gemäß den Bestimmungen der Erlasse und ihres Schulprogramms arbeiten könne.

Die für die aktuelle IGS-Arbeit notwendigen Einzelkonzepte seien bereits im vergangenen Schuljahr beschlossen und genehmigt, weitere Konzepte von den schulischen Gremien beschlossen worden. Weitere, die erst spätere Jahrgänge beträfen, befänden sich in der Erstellungsphase. Die IGS Hameln sei über Netzwerke mit anderen Integrierten Gesamtschulen verbunden und profitiere von deren Erfahrungen.

Dass in den ersten Jahrgängen der IGS Hameln weniger Kinder mit gymnasialer Empfehlung angemeldet worden seien als ursprünglich vorgesehen, bezeichnet der Schulelternrat als „normal“, da sich frühestens im 8. Jahrgang kläre, ob es eine Oberstufe gebe. Derzeit habe sich im 6. Jahrgang rund die Hälfte der Kinder für die zweite Fremdsprache entschieden und somit den Grundstein für den Besuch einer Oberstufe gelegt. Im Stadtelternrat habe es bisher weder Diskussion noch Beschlussfassung über die Ablehnung einer gymnasialen Oberstufe für die IGS gegeben, betonen Meyer und Spreemann. Sie bezeichnen es auch als „wenig überraschend“, dass sich der Philologenverband, „als reine Interessenvertretung der Gymnasiallehrer und bekennender Gegner von Integrierten Gesamtschulen“ gegen die IGS ausgesprochen habe.

Kritik an den Äußerungen des Philologenverbandes kommt auch von den Jungsozialisten. „Das war ein Schlag ins Gesicht der Schüler, Eltern und Lehrkräfte der IGS“, sagt Hamelns Juso-Vorsitzender Christian Kreisch. Verständnis zeigt er hingegen für die Sorgen Cord-Wilhelm Kiels zur Zukunft des Albert-Einstein-Gymnasiums: „Genauso wie die IGS verdient das AEG eine faire und bedachte Behandlung.“ Jedoch sehe er Kiels Äußerung im Namen des Philologenverbands und die gleichzeitige Tätigkeit als Lehrer am AEG kritisch.

Für die Juso-Unterbezirksvorsitzende Maren Hildebrandt gibt es an der IGS selbst Verbesserungspotenzial: „Vieles muss noch erarbeitet werden, dass ist aufgrund der kurzen Existenz dieser Schule aber keine überraschende Erkenntnis.“ Sie wünscht sich mehr Engagement der Lehrkräfte, was ihr gegenüber auch Eltern betroffener Schüler zum Ausdruck gebracht hätten. Hildebrandt: „Mich regt auf, dass die IGS dank der klar sichtbaren Antipolitik von CDU und FDP unter Druck schnellstmöglich eingeführt wurde und das Land es nun nicht für nötig erachtet, die Lehrkräfte entsprechend weiterzubilden.“ Für die Jusos ist das Taktik. CDU/FDP unternähmen alles, um die IGS schlecht aussehen zu lassen.

Nun haben sich auch die Elternvertreter der

IGS zu Wort gemeldet.

Foto: Wal




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